umverkehR nimmt mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass die Einführung von Tempo 30 künftig massiv erschwert wird. Verkehrssicherheit, Lärmschutz und Verkehrsklima kommen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder. Wir fordern vom Kanton eine zurückhaltende Umsetzung und Lösungen zum auf Bundesebene verankerten Lärmschutz.
Leider hat eine Mehrheit der Stimmbevölkerung des Kantons Zürich die SVP-Initiative zum Verbot von Tempo 30 angenommen. Die Unterstützung durch Regierung und Parlament und die Tarnung als unbedeutende Behördenvorlage («Änderung Strassengesetz») war eine zu grosse Hypothek. Ein Fake-Cop und irreführende Kampagnensujets mit Tempo 30-Schildern führten zu zusätzlicher Verwirrung. «Es ist uns unter diesen Umständen nicht gelungen, der Bevölkerung die verehrenden Nachteile der SVP-Initiative aufzuzeigen», ärgert sich Silas Hobi, Geschäftsleiter der verkehrspolitischen Umweltorganisation umverkehR.
Verkehrssicherheit bleibt auf der Strecke
Das ist sehr bitter – insbesondere, weil schwere Unfälle und Verkehrstote weiterhin in Kauf genommen werden, damit Autofahrende ein paar Meter lang schneller fahren können. «Punkto Verkehrssicherheit ist der Kanton nun gefordert, alternative Massnahmen umzusetzen», ist für Hobi klar.
Lärmschutz geht vor
Aber es ist nicht alles verloren. Die Lärmschutzverordnung des Bundes steht über diesem kantonalen Gesetz und Tempo 30 bleibt eine der effektivsten und günstigsten Massnahmen, um die Bevölkerung vor schädlichem Strassenlärm zu schützen. «Es besteht also trotzdem weiterhin noch Hoffnung, dass auch auf Hauptstrassen Tempo 30 eingeführt wird», zeigt sich Hobi zuversichtlich. Der Kanton steht nun ausserdem in der Pflicht gemeinsam mit der Stadt Lösungen zu finden, wie der Bundesauftrag des Lärmschutzes umgesetzt werden kann.
Keine Verkehrstote mehr
umverkehR wird sich weiterhin konsequent für die Mobilitätswende einsetzen. Wir sind zuversichtlich, dass sich verkehrsberuhigende Massnahmen zunehmend durchsetzen werden. Die Vorteile hinsichtlich Verkehrssicherheit und Lärmschutz überwiegen deutlich in der Gesamtbeurteilung. Darum wird umverkehR weiterhin Druck machen, dass das Ziel der «Vision Zero» - also keine Verkehrstote mehr – erreicht wird.
