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Teilerfolg für Nachtzugkampagne

umverkehR freut sich über einen Teilerfolg der Nachtzugkampagne – doch es ist noch nicht genug.

In den letzten Jahren wurden viele Nachtzugverbindungen von der Schweiz in wichtige europäische Wirtschaftszentren eingestellt: Zürich–Brüssel (2003), Zürich–Rom (2009), Zürich–Barcelona (2012), Basel–Moskau (2013), Basel–Kopenhagen (2014). Am 10.11. fuhr der letzte CityNightLine (CNL) der Deutschen Bahn (DB) von Berlin nach Basel. Ging damit eine langjährige Ära zu Ende – oder eben doch nicht?

umverkehR hat sich intensiv für die Rettung der Nachtzüge eingesetzt
Die Organisation hat dazu die Schweizer «Allianz zur Rettung der Nachtzüge», bestehend acht Schweizer Organisationen gegründet und eng mit der internationalen Koalition «back on track» zusammengearbeitet.
Das Thema fand in Medien und Bevölkerung viel Beachtung und Unterstützung.
Die DB hat sich dadurch nicht beeindrucken lassen, sie hat sich vehement für einen Attraktivitätsschwund der CNL's eingesetzt. Hinter dem Standpunkt «Nachtzüge rentieren nicht» hat das Management Kundenwünsche missachtet, Buchungsmöglichkeiten erschwert, Bilanzen entsprechend ausgelegt, indem sie zum Beispiel Trassengebühren dem CNL belastet und gleichzeitig einem anderen Bereich gutgeschrieben hat. Ebenfalls wurden die Passagierzahlen nach unten korrigiert.
Allen Verhandlungen und Protesten zuwider hat die DB den Autozug von Lörrach nach Hamburg sowie sämtliche CNL’s gestrichen. Am 10. Dezember 2016 fuhr der letzte CNL von Berlin nach Basel.

Der Autozug von Lörrach nach Hamburg wird zum Glück durch Bahn Touristik Express (BTE) übernommen und weitergeführt.


Die ÖBB haben bereits im letzten Frühjahr angekündet, dass sie einen Teil der Nachtzugstrecken übernehmen wird und dafür bis 31 Mio. Euro investieren wird. Im Oktober gab die Bahnbetreiberin dann bekannt, welche Linien effektiv noch geführt werden.
Dank den ÖBB sind ab dem Fahrplanwechsel vom 11. Dezember 2016  ab der Schweiz folgende Destinationen per Nachtzug erreichbar:

  • Zürich–Berlin–Hamburg
  • Zürich–Wien
  • Zürich–Budapest
  • Zürich–Prag via Österreich
  • Zürich–Graz
  • Zürich–Belgrad

Doch ist das Platzangebot knapp. Die Nachtzüge blieben stets gut gebucht und sind zum Teil sehr früh bereits ausgebucht.
Wer in Zukunft spontan von Zürich nach Berlin oder Hamburg reisen möchte, dürfte Mühe haben, einen Schlafwagenplatz zu ergattern. Die Nachfrage nach Nachtzugverbindungen ist nach wie vor erfreulich hoch, obschon kaum noch Werbung betrieben wurde.

Mittelfristig fordert umverkehR den Betrieb auch folgender Strecken:

  • Zürich–Barcelona
  • Zürich–Rom
  • Zürich–Kopenhagen
  • Zürich–Amsterdam
  • Zürich–Prag via Dresden
  • Zürich–Moskau

Reisen mit dem Nachtzug bringt viele Vorteile
Ein Hotel auf Rädern spart Zeit durch das Reisen im Schlaf. Dank früher Ankunft und später Abfahrt mitten in der City können Geschäftsreisende Termine in Tagesrandzeiten wahrnehmen. Städtereisende profitieren von verlängerten Aufenthaltszeiten. Die umständlichen Prozeduren auf den Flughäfen entfallen. Gleichzeitig sparen Nachtzugreisende, indem weniger Hotelübernachtungen benötigt werden.

Nicht zufriedenstellend sind derzeit die Buchungsmöglichkeiten.
Doch hier zeichnen sich Lösungen ab. Die «Full Service Model Initiative» (FSM) ist daran ein neues, internationales Buchungssystem zu entwickeln. Von September bis Dezember 2017 soll dieses System konsolidiert werden. Es dürfte also nicht mehr allzu lange gehen und die Buchung von internationalen Zugverbindungen wird um einiges vereinfacht.    

umverkehR fordert gleiche Bedingungen für den Bahn- und Flugverkehr
Nach den Klimakonferenzen in Paris und Marrakesch ist eine Anpassung der Bedingungen zum Schutz des Klimas mehr als dringend.
Nach wie vor wird der Flugbetrieb gegenüber dem internationalen Bahnbetrieb finanziell bevorteilt. Während der Flugbetrieb von Mehrwert- und Kerosinsteuern befreit ist, werden den Bahnbetreibern je nach Destination Mehrwert- und Fahrstrom besteuert. Zusätzlich bezahlt die Bahn für jeden Kilometer Trassengebühren.

umverkehR fordert von der Politik gleiche Bedingungen für den Flug- und den Zugverkehr. Verkehrsmittel welche viel CO2 emittieren sollen gegenüber CO2-armen oder sogar CO2 freien Transportmitteln entsprechende Steuern und Gebühren bezahlen.

Der Bundesrat sieht vor, die Luftfahrt analog der EU dem Emissionshandel (EHS) zu unterstellen. Ein entsprechendes Abkommen zwischen der Schweiz und der EU wurde Anfang dieses Jahres paraphiert. Die neue Regelung würde insbesondere die innereuropäischen Flüge betreffen, die heute teilweise eine klimapolitisch unerwünschte Verlagerung zulasten des Schienenverkehrs bewirken. Mit der Einbindung des Flugverkehrs in das EHS könnte diesem ungewollten Effekt entgegen gewirkt werden.

In China sind die Bahnbetriebe daran, mit ihrem Hochgeschwindigkeitsnetz dem Flugverkehr ernsthaft die Stirn zu bieten.
Die Nachtzugverbindungen in Europa könnten dasselbe: für Distanzen wie z.B. von Zürich nach Hamburg ist eine Reise immer noch wesentlich angenehmer als mit dem Flugzeug. Abends im Zentrum der einen City ein- und morgens ausgeruht im Zentrum der anderen City aussteigen bietet kein einziges anderes Transportmittel.

 

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