Direkt zum Inhalt
  • Deutsch
  • Français
Spenden
Logo der Website
  • Aktuell
    • Medienmitteilungen
    • News
    • Magazin umverkehRen
    • Veranstaltungen
  • Projekte
  • Aktiv werden
  • Über uns
Schließen
  1. Startseite
  2. Aktuell

Der faule Handel mit den Emissionen

10. Mai 2026
Magdalena Erni
Magdalena Erni

Eigentlich darf die Luftfahrtindustrie nicht mehr umsonst unsere Luft verschmutzen und unsere Lebensgrundlage zerstören. Doch es gibt so einige Haken. Auch deshalb ist es höchste Zeit für eine Flugticketabgabe.

Emissionen dort einsparen, wo es am wenigsten kostet: Das ist das Ziel, das die Schweiz mit dem Emissionshandelssystem verfolgt. Das Konzept dahinter ist einfach: Wer Emissionen verursacht – also beispielsweise die Fluggesellschaften –, muss über die entsprechenden Rechte verfügen, um das zu tun. Die Rechte werden wie Wertpapiere vom Bund herausgegeben. Die Flug- gesellschaften können untereinander frei mit ihnen handeln. Jährlich wird die Anzahl der ver- gebenen Emissionsrechte um 4,3 Prozent reduziert. Auf den ersten Blick tönt das so vernünftig, dass man sich fragen kann, weshalb denn nun noch eine Flugticketabgabe eingeführt werden sollte. Doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Doch kein Ende von Gratiszertifikaten

Beginnen wir bei der Verteilung der Zertifikate. Diese hat der Bund bis Ende 2025 zu grossen Teilen noch gratis vergeben. Erst Anfang 2026 wurde dieses ungerechtfertigte Privileg abgeschafft. Aber auch nur auf den ersten Blick. Die Einnahmen aus dem Emissionshandel werden nämlich gerade komplett in die Förderung von sogenannt nachhaltigen Flugtreibstoffen (SAF) investiert – die ursprünglich angedachte Mitfinanzierung neuer Nachtzüge hat das Parlament bekanntlich komplett gestrichen. Und so kriegen die Fluggesellschaften für die Beimischung von SAF, zu der sie gesetzlich verpflichtet sind und die – endlich – zu einer Erhöhung von Flugticketpreisen führen würde, noch Geld vom Bund «hinterhergeschmissen».

Flugzeugemissionen | NASA

Das Emissionshandelssystem hat (absichtlich) zu viele Schlupflöcher, als dass der Flugverkehr auf Netto-Null-Kurs gebracht werden könnte.

Handelssystem mit grossen Löchern

Hinzu kommt, dass für Flüge, deren Ziel nicht in der Europäischen Union oder Grossbritannien liegt, keine Emissionsrechte verlangt werden. Das heisst: Gerade die emissionsreichen Langstreckenflüge kommen gratis davon. Auch Privatjets sind komplett vom Emissionshandel aus- genommen, ebenso die meisten Privatjet-Charterfirmen, weil sie jährlich schlicht «zu wenig» Emissionen ausstossen. Anders bei unserer Initiative: Auf sämtliche Flüge wird eine Abgabe fällig. Je länger die Flugdistanz und je luxuriöser die Reise, desto höher wird die Abgabe.

Falsch gerechnet

Gemäss Klimaschutzgesetz müssen wir unsere Emissionen bis 2050 auf null reduzieren. Davon ist die Flugindustrie nicht ausgenommen. Wenn aber an der jährlichen Reduktion der Emissionsrechte um 4,3 Prozent festgehalten wird, sind 2050 noch immer mehr als ein Drittel der heutigen Emissionszertifikate im Umlauf. Auch deshalb ist es absolut notwendig, dass mit der Flugticketabgabe ein weiterer Mechanismus eingeführt wird, der effektiv Emissionen senkt.

 

Mehr Infos zur Klimagesetzgebung und zum Emissionshandelssystem finden Sie im Buch von Alex Tiefenbacher und Luca Mondgenast «CO2-Ausstoss zum Nulltarif».



Lust das umverkehRen regelmässig zu lesen?

Werde Mitglied!
umverkehRen
Flugverkehr
Mobilitätsbon-Initiative

Mehr Artikel aus dem Magazin umverkehRen

Feminismus und Verkehrswende verbinden

Destroy Patriarchy not the Planet
23. November 2022

Jahrzehntelang haben Politiker und Planer die Städte autogerecht umgebaut. Seither verstellen Blechkisten den Menschen den Weg. Besonders betroffen sind Kinder, Ältere und Menschen, die unbezahlte Sorgearbeit leisten. Höchste Zeit, das zu ändern!

Weiterlesen

Verkehrswende für alle

Fuck Patriarchy Ferrari
6. November 2022

«Gender Planning» oder warum eine Verkehrswende mit Blick auf die Sorgearbeit unsere Städte lebenswerter macht.

Weiterlesen

Verkehrsplanung als Männerdomäne

Architektin Beatrix Jeannottat
6. November 2022

In den 1990er-Jahren entstand in der Schweiz eine breite feministische Stadtplanungskritik, die sich gegen die «männerdominierte» Verkehrsplanung wehrte und die Berücksichtigung anderer Mobilitätsmuster und Ansprüche von Frauen forderte.

Weiterlesen

Bern ist in den Startlöchern, St. Gallen ist schon im Ziel

Mögliches Szenario am Laubeggplatz in Bern vor und nach Umsetzung der Initiative
17. März 2022

Nur 14 Monate nach der Lancierung unserer Stadtklima-Initiativen in St. Gallen konnten wir bereits einen Erfolg feiern. Das ist aber kein Grund zum Ausruhen. Im Gegenteil: In Bern werden wir die Stadtklima-Initiative demnächst lancieren.

Weiterlesen

Zurück auf die Strasse - umverkehRen Nr. 132

Illustration Karl Jilg
13. Dezember 2021

Der öffentliche Raum wurde jahrhundertelang von der Bevölkerung genutzt und dies überwiegend zu Fuss. Erst in den letzten hundert Jahren wurden Fussgänger*innen auf das Trottoir an den Rand gedrängt. Höchste Zeit, den verlorenen Raum zurückzuerobern.

Weiterlesen

Die Sprache legt Denkfahrbahnen aus - umverkehRen Nr. 131

Gotthardröhre mit Verkehrsfluss
8. November 2021

Die Wortschöpfung «umverkehR» macht auf einen Blick klar: Der Verkehr soll verändert werden. Das Beispiel zeigt, dass Wörter auch Sichtweisen und
damit Haltungen und Interessen mit sich führen.

Weiterlesen

Engagierter Ruhestand nach 18 Jahren umverkehR - umverkehRen Nr. 131

Andrea von Maltitz in ihrem Element
25. Oktober 2021

Die erste Pensionierung bei umverkehR! Andrea von Maltitz, seit 2003 zuständig für die Koordination in der Romandie und einige Jahre auch Vorstandsmitglied bei umverkehR, trat Ende Juli in den Ruhestand.

Weiterlesen

Die Politik auf die Strasse bringen - umverkehRen Nr. 131

Brings uf d'Strass kurz nach dem Aufbau
12. Oktober 2021

Wem gehört die Strasse? Rechtlich gesehen, gehören die meisten Strassen der öffentlichen Hand, also uns allen. Der juristische Blick gibt allerdings ein verzerrtes Bild der Realität wieder.

Weiterlesen

Magazin umverkehRen - Nr. 126

Titelblatt  umverkehRen N°126 - Mai 2020
19. Mai 2020

Strassen zurückerobern!
Wenn uns der Platz fehlt, holen wir ihn uns eben selbst zurück. Ob fürs Flanieren, Velofahren oder für schattenspendende Bäume - alle profitieren von einer Umwandlung der Stassen.
Jetzt das Magazin von umverkehR lesen!

Weiterlesen
  • Erste Seite « First
  • Vorherige Seite ‹‹
  • …
  • 6
  • 7
  • 8
  • …
  • Nächste Seite ››
  • Letzte Seite Last »

Über umverkehR

umverkehR ist eine verkehrspolitische Umweltorganisation und parteipolitisch unabhängig. Wir setzen uns für eine ökologische, sozialverträgliche und zukunftsweisende Mobilität ein.

IBAN CH84 0900 0000 8006 7097 2
Bank: PostFinance
Clearing-Nummer: 0900

umverkehR

umverkehR
Idaplatz 3
Postfach
8036 Zürich

+41 44 242 72 76

info@umverkehr.ch
www.umverkehR.ch

  • SPENDEN
  • Newsletter anmelden
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
To top

© Copyright 2023 umverkehR. All rights reserved.