An diesem Donnerstag, dem 19. März, hat umverkehR in Bern eine Petition eingereicht, die ein Verbot von Privatjets fordert. Privatjets sind ein gewichtiges Symbol der Klimaungerechtigkeit: Sie werden nur von einer kleinen Minderheit Superreicher genutzt.
Parallel dazu bereitet die Umweltorganisation mit einer breiten Allianz die Lancierung der «Mobilitätsbon-Initiative» für Ende April vor. Diese sieht unter anderem eine Abgabe von mindestens 500 Franken pro Privatjet-Start ab der Schweiz vor.
Während die Bevölkerung ermutigt wird, Strom zu sparen, Abfall zu recyceln oder die Autonutzung zu reduzieren, zerstören Superreiche mit ihren Privatjets das Klima. Eine Person in einem Privatjet verursacht dreissigmal so viele Emissionen wie eine Person in einem normalen Economy-Flug. Ein einziger Flug in einem Privatjet emittiert mehr Treibhausgase als die meisten Menschen in einem ganzen Jahr.
Ein starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit
Global gesehen sind die von Privatjets verursachten Emissionen zwischen 2019 und 2023 um 46% angestiegen – ein Ende dieses Wachstums ist nicht in Sicht. Deshalb verlangt umverkehR ein Verbot solcher Flüge, welche häufig für absurd kurze Reisen genutzt werden. Ein solches Verbot reduziert nicht nur Emissionen, sondern setzt auch ein starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit.
Wir erreichen die Klimaziele nur gemeinsam - wenn alle in der Bevölkerung ihren Beitrag leisten. Auch die Superreichen. Aus diesem Grund geht es nicht an, dass die Anzahl Privatjet-Flüge weiter so ansteigt. Unsere Petition soll eine Debatte über dieses extrem umweltschädliche Verkehrsmittel lostreten. Mit unserer Mobilitätsbon-Initiative nehmen wir die Superreichen in die Verantwortung, indem sie dazu verpflichtet werden, eine Abgabe für die von ihnen angerichtete Klimabelastung zu leisten», erklärt Franziska Ryser, Co-Präsidentin von umverkehR
Mobilitätsbon-Initiative: hohe Abgaben für Privatjets
Ende April wird umverkehR gemeinsam mit einer grossen Allianz die «Initiative für einen starken öffentlichen Verkehr und faire Flugpreise (Mobilitätsbon-Initiative)» lancieren. Diese fordert die Einführung einer Flugticketabgabe, die nach Distanz und Flugklasse bemessen wird. Privatjets sollen mit mindestens 500 Franken pro Abflug besteuert werden. Die Einnahmen werden in Form eines Mobilitätsbons zu zwei Dritteln an die Bevölkerung ausbezahlt. Der Bon kann für den lokalen, nationalen oder internationalen öffentlichen Verkehr eingesetzt werden. Das restliche Drittel wird in den Ausbau des grenzüberschreitenden Schienenpersonenverkehrs investiert.
Die Bevölkerung der Schweiz fliegt doppelt so viel wie die der Nachbarländer. Ausserdem ist die Schweiz das Land, mit der weltweit dritthöchsten Anzahl an Privatjet-Flügen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Sie trägt deshalb eine besondere Verantwortung, im Flugverkehr zu handeln, der für rund 27 % der Schweizer Klimawirkung verantwortlich ist und damit den klimaschädlichsten Sektor darstellt.
