Direkt zum Inhalt
  • Deutsch
  • Français
Spenden
Logo der Website
  • Aktuell
    • Medienmitteilungen
    • News
    • Magazin umverkehRen
    • Veranstaltungen
  • Projekte
  • Aktiv werden
  • Über uns
  1. Startseite
  2. Aktuell

Autobahnausbau in Genf und im Aargau

12. September 2026
Magdalena Erni
Magdalena Erni

Neue Autobahnen, zusätzliches Geld für den Ausbau von Zugstrecken und eine gefährliche Bündelung sämtlicher Projekte: Aktuell ist die Stellungnahme zu «Verkehr ’45» im Gang. Einmal mehr zeigt sich, dass Bundesrat Rösti sich lieber an der Vergangenheit orientiert, statt unsere Mobilität zukunftsfähig zu gestalten.

Unser Engagement gegen neue Autobahnen geht in die nächste Runde. Im Juni hat der ehemalige Autolobbyist Albert Rösti Verbände, Parteien und Private eingeladen, um im Rahmen einer Vernehmlassung zu seinem Herzensanliegen namens «Verkehr ’45» Stellung zu nehmen. Dieses beinhaltet nicht bloss zwei neue Autobahnprojekte, sondern auch elf Vorlagen im Bereich Eisenbahninfrastruktur und Projekte in den Agglomerationen.

Erpressungspotenzial für die Bahn

Da liegt auch die grosse Gefahr: Erstmals werden Eisen- und Autobahnprojekte in einer Vernehmlassung gebündelt. Rösti sieht darin die Chance, «die Planungen räumlich optimal aufeinander abzustimmen». Wir deuten dies eher als Erpressungsversuch. Denn dadurch könnten zukunftsweisende Bahnprojekte möglicherweise nur dann realisiert werden, wenn die Bevölkerung auch den Bau fossiler Megastrassen schluckt. Rösti wird zwar nicht müde zu betonen, dass diese Bündelung bloss während der Vernehmlassung Bestand hat und die Vorlagen dann selbstverständlich getrennt dem fakultativen Referendum unterstellt würden. Die vergangenen drei Jahre voller klimapolitischer Rückschritte haben uns jedoch gelehrt, misstrauisch zu sein. Auch deshalb haben wir uns in der Vernehmlassung sowohl dezidiert gegen das Zusammenlegen der Projekte wie auch gegen die beiden konkret geplanten Autobahnprojekte ausgesprochen.

Röstis Autobahnprojekte

In Orange die für den nächsten Ausbauschritt ab 2030 vorgesehenen Autobahnprojekte. In Rot die Autobahnen, die nach Röstis Willen bis 2045 ausgebaut werden sollen.

Weiteres Zubetonieren des Mittellandes

Einerseits handelt es sich dabei um den Ausbau der A1 vom Anschluss Aarau-Ost bis Birrfeld. Auf zwölf Kilometern soll wertvolles Ackerland zubetoniert werden, um die Autobahn von vier auf sechs Spuren zu verbreitern. Die Argumente für diesen Ausbau sind noch immer so unhaltbar wie bei den Projekten, die im November 2024 glücklicherweise abgelehnt wurden. Kosten soll dieses sinnlose Ausbauvorhaben knapp 600 Millionen Franken – Mehrwertsteuern sind da aber nicht eingerechnet, und die Kostengenauigkeit liegt bei plus/minus 30 Prozent. Spannend bleibt, wie stark der lokale Widerstand im grösstenteils autofreundlichen Aargau wird. Wir werden auf alle Fälle unser Möglichstes geben, um dieses landfressende Projekt zu verhindern.

Andererseits soll die Strecke Perly–Bernex im Kanton Genf ausgebaut werden. Diesem zerstörerischen Projekt würden Wälder, landwirtschaftliche Flächen sowie Naturschutzgebiete zum Opfer fallen: Mehrere Dutzend Hektare ökologisch wertvoller und geschützter Naturräume sind bedroht.

Beide Projekte sind grosse Schritte auf dem Weg zur «mindestens» sechsspurigen A1 zwischen Bern und Zürich sowie Genf und Lausanne, wie sie Röstis SVP fordert.

Autobahnausbau

Autobahnausbau Aarau Ost-Birrfeld (AG)

Autobahnausbau

Autobahnausbau Perly-Bernex (GE)

Denn fürs ASTRA gilt: 4 + 3 = 6

Offiziell spricht das Bundesamt für Strassen (ASTRA) bei Perly–Bernex von einem «sechsspurigen » Projekt. Tatsächlich sollen aber auf der gesamten Strecke drei zusätzliche Fahrspuren zu den bestehenden vier Spuren hinzukommen, wie Dokumente des ASTRA aus dem Jahr 2024 aufzeigen. Das liegt insbesondere daran, dass für die Spuren Richtung Lausanne zwei neue dreispurige Tunnel vorgesehen sind. Abgesehen von den schwachen technischen Argumenten, die dieses Vorgehen angeblich «erforderlich» machen, ist es inakzeptabel, das Vorhaben auf diese Art und Weise zu verschleiern. Zu allem Überfluss hat das ASTRA unsere Anträge für weitere Informationen mit der Begründung abgelehnt, dass der Bundesrat das Projekt noch nicht genehmigt hat. Wesentliche Informationen werden somit absichtlich zurückgehalten – ein bereits bekanntes Muster von Rösti.

Der Widerstand gegen dieses Projekt formiert sich bereits: Im Juni organisierten wir eine Pressekonferenz mit zehn Umwelt- und Anwohnerverbänden. Sie bekundeten ihre Entschlossenheit, diesen aus längst vergangenen Zeiten stammenden Ausbau zu bekämpfen. Neben ökologischen Aspekten prangern wir den durch das Bauvorhaben verursachten zusätzlichen Verkehr an, die Beeinträchtigungen durch die Baustelle sowie den Fakt, dass die Anwohner*innen im November 2024 die damaligen Ausbauprojekte deutlich abgelehnt haben.

Ernüchterndes Gesamtbild

Insgesamt fällt «Verkehr’45» deutlich weniger visionär aus, als es von Rösti zu Beginn angepriesen wurde. Im Kern ist es ein weiteres – aufwendig eingepacktes – Autobahnausbauprojekt. Zentrale Fragen bleiben zudem ungelöst. So wird der Tatsache, dass der Schweizer Verkehrssektor spätestens 2050 Netto-Null erreichen muss, fatalerweise keine Beachtung geschenkt. Und auch der seit Jahren notwendige Ausbau der Schiene zwischen Genf und Lausanne wird wohl erst in Jahrzehnten umgesetzt. Etwas Gutes hat die Vorlage dennoch: Mit dem Vorschlag, den Bahninfrastrukturfonds unbefristet mit 0,2 Prozentpunkten der Mehrwertsteuer zu finanzieren, will der Bundesrat die knappen Mittel für den Bahnausbau auf etwas stabilere Beine stellen.



Lust das umverkehRen regelmässig zu lesen?

Werde Mitglied!
umverkehRen
Strassenbau

Mehr Artikel aus dem Magazin umverkehRen

Mobilitätsbon

Billet lösen
14. März 2026

Ein Gutschein für mehr als 100 Stutz für den ÖV? Das ist doch eine super Idee. Mit der Mobilitätsbon-Initiative soll jede in der Schweiz wohnhafte Person
pro Jahr rund 110 Franken bekommen, um günstiger ÖV zu fahren.

Weiterlesen

Die unverzichtbare Klimaabgabe auf Flugtickets

Luxusflug
9. März 2026

Angesichts des ungebremsten Wachstums des Flugverkehrs und seiner irreparablen Auswirkungen auf das Klima ist offensichtlich, dass wir etwas unternehmen müssen. Aber wie viel bringt eine Flugticketabgabe?

Weiterlesen

Die Zeit ist reif für eine neue Volksinitiative!

Weniger fliegen
13. November 2025

Der Flugverkehr wächst – und mit ihm die Klimakrise. Dieses Jahr sollen alle Rekorde gebrochen werden, und die Airlines wollen weitergehen auf ihrem Wachstumskurs. Wir sagen: Jetzt reicht’s! Deshalb will umverkehR eine neue Volksinitiative lancieren!

Weiterlesen

Milliardengewinne auf Kosten der Allgemeinheit

Externe Kosten des Verkehrs
13. November 2025

Während Swiss und Co. einem Rekordjahr entgegenfliegen, steigen die negativen
Auswirkungen des Flugverkehrs auf jährlich knapp 3,9 Milliarden Franken. Die Schäden werden von der Allgemeinheit bezahlt, die Flugindustrie streicht Milliardengewinne ein.

Weiterlesen

Die Illusion des grünen Fliegens

Greenwashing. Bild: https://stay-grounded.org
12. November 2025

Die Flugindustrie behauptet, unbegrenztes Wachstum beim Flugverkehr sei klimafreundlich möglich. Dazu setzt sie voll und ganz auf Sustainable Aviation
Fuels (SAF), also «nachhaltige Flugtreibstoffe». Ist das mehr als Greenwashing?

Weiterlesen

Fliegen ist ungerecht

Flugreisen nach Einkommensklassen
12. November 2025

Die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Menschen haben in den seltensten Fällen je in einem Flugzeug gesessen. Der Flugverkehr ist eines der extremsten Beispiele für Klima-Ungerechtigkeit.

Weiterlesen

Züge gegen Flugzeuge: ein unfaires Duell

ungleiche Lanzen
12. November 2025

Der Klimaschutz scheitert nicht nur an der Untätigkeit der Politik, sondern auch, weil der Flugverkehr aktiv gefördert wird. Das Flugzeug ist deshalb trotz seines deutlich höheren CO₂-Ausstosses im Vergleich zur Bahn oft immer noch die günstigere Wahl.

Weiterlesen

Warum es Nachtzüge (trotzdem) braucht

Weichen stellen
10. November 2025

Die SBB beerdigen ihre Pläne für Nachtzüge nach Rom und Barcelona. Stattdessen setzen die Bahnen auf Hochgeschwindigkeitszüge. Eine Entscheidung, die Fragen aufwirft.

Weiterlesen

Zukunft kaputtsparen

Sparhammer
10. November 2025

Mehrere Milliarden will der Bundesrat dem Klimaschutz in den kommenden Jahren mit seinem Kürzungspaket streichen. Besonders betroffen wären Nachtzüge, der Regionalverkehr sowie der Ausbau und Unterhalt der Bahninfrastruktur insgesamt.

Weiterlesen
  • Erste Seite « First
  • Vorherige Seite ‹‹
  • 1
  • 2
  • 3
  • …
  • Nächste Seite ››
  • Letzte Seite Last »

Über umverkehR

umverkehR ist eine verkehrspolitische Umweltorganisation und parteipolitisch unabhängig. Wir setzen uns für eine ökologische, sozialverträgliche und zukunftsweisende Mobilität ein.

IBAN CH84 0900 0000 8006 7097 2
Bank: PostFinance
Clearing-Nummer: 0900

umverkehR

umverkehR
Idaplatz 3
Postfach
8036 Zürich

+41 44 242 72 76

info@umverkehr.ch
www.umverkehR.ch

  • SPENDEN
  • Newsletter anmelden
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
To top

© Copyright 2023 umverkehR. All rights reserved.