Direkt zum Inhalt
  • Deutsch
  • Français
Spenden
Logo der Website
  • Aktuell
    • Medienmitteilungen
    • News
    • Magazin umverkehRen
    • Veranstaltungen
  • Projekte
  • Aktiv werden
  • Über uns
  1. Startseite
  2. Aktuell

«Recht auf Tourismus» als kulturelle Bereicherung?

11. September 2026
Tonja Zürcher
Tonja Zürcher

Muss ich um die ganze Welt reisen, um «andere Kulturen» kennenzulernen? Und lerne ich sie wirklich kennen, wenn ich im Hotel – am liebsten mit Pool – von allen Widrigkeiten abgeschirmt werde?

Ich kann auch in Basel brasilianisch, in Zürich äthiopisch oder in Bern thailändisch essen gehen. Ich kann an Kulturabenden Musik, Tanz und Filme aus allen Weltregionen geniessen, mit meiner Nachbarin über ihr Geburtsland sprechen oder Feste von Religionsgemeinschaften und Vorträge politischer Aktivist*innen besuchen.

Klar, es gibt Reisen, die einen echten Austausch bringen und über das hinausgehen, was ich von zu Hause aus erfahren und erleben kann. Aber seien wir ehrlich: Die meisten Ferienreisen sind nicht so. Wir geniessen vielleicht die Atmosphäre eines Markts oder die Stimmung auf dem Dorfplatz. Aber setzen wir uns tatsächlich zu den Menschen und sprechen mit ihnen über ihren Alltag, ihre Sorgen und Hoffnungen? Und wäre das in Zeiten des Overtourismus überhaupt erwünscht?

Es ist legitim, in den Ferien einfach Erholung zu suchen sowie schöne Städte und Landschaften zu geniessen. Doch dann sollten wir nicht von «kultureller Bereicherung» reden und damit Flugreisen in «fremde» Länder rechtfertigen. Erholung, faszinierende Städte und Landschaften gibt es auch ohne Flugzeug.

Wann ist eine Reise gerechtfertigt?

Der Tourismus gerät heute oft in Konflikt mit den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und den natürlichen Ressourcen. Die Tourismusforschenden Adrian Müller, Nadja Schweiggart und Ralf Vogler hinterfragen deshalb in einem kürzlich erschienenen Artikel in den «Annals of Tourism Research» das Recht auf unbegrenzten und CO2-intensiven Tourismus. Sie haben ein Stufenmodell entwickelt, mit dem wir beurteilen können, ob eine Reise gerechtfertigt ist:

  • Der Reisezweck ist legitim (fügt nicht absichtlich Schaden zu). 
  • Die Reise ist geeignet für diesen Zweck. 
  • Die Reise ist notwendig für diesen Zweck. 
  • Die Reise ist innergenerationell gerecht (insbesondere keine Nachteile für die lokale Bevölkerung). 
  • Die Reise ist generationsübergreifend gerecht (heizt das Klima nicht an und respektiert die planetaren Grenzen).

Das Stufenmodell kann der Selbstreflexion vor einer geplanten Reise dienen, zielt gemäss den Autor*innen jedoch primär darauf ab, Entscheidungsträger* innen Orientierungshilfen zu bieten, um Besteuerungen oder Vorschriften zu ermöglichen.

Während die zwei letzten Stufen verhältnisweise einfach objektiv überprüft und reguliert werden können – beispielsweise mit der Mobilitätsbon-Initiative –, bleiben die anderen Punkte der persönlichen Reflexion überlassen. Für die politische Debatte ist es jedoch hilfreich, dass das «Recht auf Tourismus» infrage gestellt wird. Es muss möglich sein, den CO2-intensiven Tourismus zu reduzieren, ohne dass gleich ein Angriff auf die freie Gesellschaft und den kulturellen Austausch über die Grenzen hinweg gewittert wird.

overtourism

Der heutige Übertourismus schadet nicht nur der Natur, sondern auch der lokalen Bevölkerung.



Lust das umverkehRen regelmässig zu lesen?

Werde Mitglied!
umverkehRen
Flugverkehr
Mobilitätsbon-Initiative

Mehr Artikel aus dem Magazin umverkehRen

Geld aus dem Autofenster werfen?

Preisentwicklung ÖV Auto
31. März 2024

Autobahnen sind teuer, und die Schäden, die der Autoverkehr verursacht, bezahlen wir alle. Trotzdem steigen die ÖV-Preise, während die Kosten für die Autofahrer:innen teuerungsbereinigt sogar sinken. Das muss sich ändern.

Weiterlesen

Change by Design or Change by Disaster?

Stoppt fossile Brennstoffe
22. November 2023

Vor mehr als 30 Jahren ist umverkehR losgezogen, um die Gesellschaft umzukrempeln. Angesichts des Klimanotstands sind die Fragen aktueller denn je. Wie muss sich unsere Gesellschaft verändern, um die Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen?

Weiterlesen

Gratwanderung zur Klimaneutralität

Gratwanderung
20. November 2023

Die Menschheit will bis 2050 klimaneutral werden. Damit ist sonnenklar, dass alle fossilen Brennstoffe im Boden bleiben müssen. Das heisst, dass wir Transport, Stromerzeugung, Gebäudetechnik und Industrie total umbauen müssen. Aber wie?

Weiterlesen

Die grosse Rheintunnel-Illusion

Rheintunnel
16. November 2023

Liefert die Politik nachhaltige Verkehrslösungen in Zeiten des Klimanotstandes? Fehlanzeige! Die Bürger:innen sind gefragt.

Weiterlesen

Lokaler Widerstand gegen den Autobahn-Ausbau

Projekte Autobahnausbau
15. September 2023

National- und Ständerat haben beschlossen, insgesamt 14,1 Milliarden Franken in Autobahnen zu stecken, davon 5,3 Milliarden in mehrere Ausbauten. In Bern, Basel, St. Gallen, Schaffhausen, Genf und Nyon formiert sich Widerstand.

Weiterlesen

Verkehrswende dank Elektromobilität?

E-Auto
13. September 2023

Was wäre, wenn auf Schweizer Strassen nur noch Elektrofahrzeuge fahren würden? Was braucht es noch, damit wir die Verkehrswende schaffen?

Weiterlesen

Superblocks und Bicibús in Barcelona

Bicibús Barcelona
3. Juli 2023

Wie gelingt es einer Stadt, deren Fläche zu 60 Prozent dem Auto gewidmet ist, über schlechte Luftqualität und zu wenig Grünräume verfügt, kinderfreundliche Verkehrsräume zu schaffen? Mit grossen und kleinen Massnahmen zeigt Barcelona, wie es geht.

Weiterlesen

Die Hälfte entfällt auf den Verkehr

Klimaeffekt Flugverkehr
4. April 2023

Wie kommt umverkehR zur Aussage, der Verkehr sei für die Hälfte des Klimaeffekts verantwortlich? Silas Hobi, Geschäftsleiter umverkehR, gibt Auskunft.

Weiterlesen

Verbindliche Klimaziele für Auto- und Flugverkehr

Stopp Greenwashing Banner umverkehR
4. April 2023

Am 18. Juni 2023 steht die wegweisende Abstimmung über den Klimaschutz in der Schweiz an. Das Klimaschutzgesetz legt im Wesentlichen den Ab senkpfad für Netto-Null bis 2050 fest. Dem Autover kehr kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

Weiterlesen
  • Erste Seite « First
  • Vorherige Seite ‹‹
  • …
  • 5
  • 6
  • 7
  • …
  • Nächste Seite ››
  • Letzte Seite Last »

Über umverkehR

umverkehR ist eine verkehrspolitische Umweltorganisation und parteipolitisch unabhängig. Wir setzen uns für eine ökologische, sozialverträgliche und zukunftsweisende Mobilität ein.

IBAN CH84 0900 0000 8006 7097 2
Bank: PostFinance
Clearing-Nummer: 0900

umverkehR

umverkehR
Idaplatz 3
Postfach
8036 Zürich

+41 44 242 72 76

info@umverkehr.ch
www.umverkehR.ch

  • SPENDEN
  • Newsletter anmelden
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
To top

© Copyright 2023 umverkehR. All rights reserved.