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Win-win fürs Klima und fürs Portemonnaie

16. März 2026
Nicola Siegrist
Nicola Siegrist

Die Schweiz fliegt zu viel. Die ganze Schweiz? Nein. Es gibt kein anderer Bereich, in dem die verursachten Klimaschäden bei den Einkommensgruppen stärker auseinanderklaffen als beim Flugverkehr.

Während die Treibhausgas-Emissionen in den meisten Sektoren langsam sinken, nehmen sie bei der Luftfahrt weiter zu. Dies verdeutlicht exemplarisch die Zwischenbilanz auf dem Weg zu den Klimazielen der Stadt Zürich: Die steigenden Emissionen des Flugverkehrs machen die Fortschritte im Gebäudesektor und beim Verkehr am Boden zunichte. Ohne Reduktion der Anzahl Flüge bleibt der Klimaschutz auf halbem Weg stecken.

Präziser als der Einstiegssatz wäre: Insbesondere ein kleiner Teil der Schweiz fliegt deutlich zu viel und zu weit, nämlich die Vielflieger* innen. Diese kleine Bevölkerungsgruppe verursacht viel grössere Klimaschäden als der Durchschnitt. Dabei gilt: Je grösser das Portemonnaie, desto häufiger, weiter und luxuriöser wird geflogen. Menschen mit hohen Einkommen verursachen mit dem Fliegen fünf- bis sechsmal so grosse Klimaschäden wie Menschen, die im Monat weniger als 6000 Franken verdienen. Flüge in der Businessklasse sind sogar um ein Mehrfaches klimaschädlicher als solche in der Economyklasse. Von Privatjets mal ganz abgesehen. Die klimaschädliche Vielfliegerei ist also auch eine soziale Frage.

Häufig hört man dann, dass «Fliegen einfach zu billig sei». Rein ökonomisch stimmt dies sicherlich. Die Aussage wird aber der gesellschaftlichen Realität nicht gerecht. Menschen wollen reisen, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht an den Menschen vorbeireden, gerade wenn schon viele mit Miete, Krankenkassen und Kita-Tarifen zu kämpfen haben. Treffender: Die Alternativen sind im Vergleich zum Fliegen häufig zu teuer. Deshalb setzen wir mit der Mobilitätsbon-Initiative genau da an!

Einerseits korrigieren wir mit der Flug- ticketabgabe endlich die steuerliche Bevorzugung der Flugindustrie und berücksichtigen die entstehenden Klimaschäden, abhängig von Dis- tanz und Flugklasse. Andererseits – und das ist mindestens so wichtig – stärken wir die nachhaltigere Mobilität, indem wir mit dem Mobilitätsbon den ÖV im In- und Ausland erschwinglicher machen.

In der Konsequenz bezahlt die Minderheit der Vielflieger*innen für ihre Klimaschäden einen faireren Preis und verzichtet künftig auf einen Teil der Flüge. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung erhält am Ende des Jahres einen schönen Batzen – selbst dann, wenn sie ab und zu in den Flieger steigt. Mit dem Mobilitätsbon erhält sie einen spürbaren Rabatt auf ihr ÖVAbo oder geniesst für einmal eine Zugreise. Winwin- win für das Klima, den ÖV und das Portemonnaie der breiten Bevölkerung!

Zugreisen

Mit dem Mobilitätsbon können mehr Menschen eine Zugreise geniessen.



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