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Autoverkehr bedroht Biodiversität

2. Mai 2024
Photo Angela Zimmermann
Angela Zimmermann

Strassen und Autoverkehr sind stark unterschätzte Faktoren beim Artensterben. Warum das so ist, erklärt Paul F. Donald, Biologe und Forscher bei der Umweltorganisation BirdLife International, in seinem Buch.

Es ist offensichtlich, dass Strassen eine direkte Bedrohung für die biologische Vielfalt darstellen. Zunächst einmal durch die physische Barriere, die sie schaffen: Für viele Tierarten ist das Überqueren einer Strasse ein riskantes Unterfangen. Die Zahl der grossen Wildtiere, die durch Kollisionen auf Schweizer Strassen getötet werden, soll bei mindestens 20 000 Tieren pro Jahr liegen. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs, da viele getötete Tiere gar nicht erfasst werden.

Jene Tiere, für die eine Strasse zu einer unüberwindbaren Barriere wird, sehen ihr Gebiet in Inseln segmentiert, was tragische Folgen hat. Die Populationen sind weniger vielfältig und somit genetisch ärmer, sie können sich schlechter an die Klimakrise anpassen und sind stärker vom Aussterben bedroht.

Mikroplastik aus Reifen

Zusätzlich zum CO₂-Ausstoss ist der Strassenverkehr für weitere Schäden am Ökosystem verantwortlich. Der Bremsverschleiss und vor allem der Abrieb von Reifen setzen zahlreiche Partikel frei, deren Schädlichkeit noch nicht vollständig erforscht ist. In der Schweiz ist der Reifenabrieb für 90 Prozent des Mikroplastiks in der Natur verantwortlich. Durch Wind und Regen gelangen die Partikel in Flüsse, Meere und Ozeane, wodurch auch Meerestiere nicht verschont bleiben. In Nordamerika hat man etwa in der Nähe von Hauptverkehrsstrassen festgestellt, dass die Silberlachsbestände dezimiert sind.

Lärmbelästigung: eine der schlimmsten Auswirkungen

Der Lärm des Autoverkehrs verhindert oft, dass Vögel miteinander kommunizieren können. Einige Arten passen sich an, indem sie höher singen oder schreien. Auch E-Autos ändern nichts daran: Bei Geschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde stammt der grösste Teil des Lärms vom Rollgeräusch der Reifen. Es entstehen sogenannte Strasseneinflusszonen, in denen die Arten in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern unter dem Lärm leiden. Die Auswirkungen des Autoverkehrs auf die Natur im Allgemeinen nehmen mit steigender Geschwindigkeit exponentiell zu. 

Gesunde Ökosysteme sind die Grundlage für fruchtbare Böden, Nahrung, saubere Luft und Trinkwasser. Anstatt die Biodiversitätskrise durch den Autobahnausbau noch weiter zu verschlimmern, ist es an der Zeit, die nächste Ausfahrt zu nehmen, solange wir noch Zeit haben.

Traffication
Traffication: How Cars Destroy Nature and What We Can Do About It
Paul F. Donald
Pelagic Publishing, 2023
Alle in diesem Artikel verwendeten Studien
Referendum gegen den Autobahnausbau


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Strassenbau
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Über 70% Nein zur unfairen Verkehrsfinanzierungs-Initiative – Votum gegen den ungebremsten Autobahnausbau

umverkehR ist hochzufrieden über die deutliche Ablehnung der unsinnigen Milchkuh-Initiative. Die StimmbürgerInnen haben vernünftig und zukunftsorientiert entschieden. Sie wiesen mit ihrem deutlichen Nein-Votum die grenzenlosen und schädlichen Ausbauwünsche der Automobil- und Strassenbaulobby deutlich zurück. Eine zukunftsfähige Verkehrspolitik heisst Velo- und Fussverkehrsförderung, punktueller Ausbau des ÖV in den Agglomerationen und weniger statt mehr Strassen.
Nach diesem zukunftsweisenden Entscheid richtet sich nun der Fokus auf den Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds NAF. umverkehR wird genau prüfen, was die Vor- und Nachteile dieses Fonds sind.

 

 

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2. Gotthardröhre gefährdet Agglomerationsprojekte

8. Februar 2016

Alle, die sich in den Agglomerationen mit nachhaltigen Verkehrsmitteln fortbewegen, also ÖV-PendlerInnen, VelofahrerInnen und FussgängerInnen, werden bei Annahme der 2. Gotthardröhre das Nachsehen haben. Denn das im Gotthard verbaute Geld – 3 Milliarden Franken für den motorisierten Strassenverkehr – wird für Projekte im Agglomerationsverkehr fehlen.

Die Abstimmung zur 2. Gotthardröhre naht. Die Sicherheit und das vermeintlich abgeschnittene Tessin stehen in der Diskussion im Vordergrund. Auch die Verschwendung von 3 Milliarden Franken wurde bereits thematisiert.
Kaum jemand spricht jedoch über die Agglomerationsprogramme, deren Umsetzung wegen den fehlenden 3 Milliarden gefährdet wird. Bereits jetzt fehlt Geld für baufähige Projekte in den Agglomerationen, sei es für den ÖV, den Velo- oder den Fussverkehr. Jede zusätzliche Milliarde, die in den Tunnelbau am Gotthard investiert wird, fehlt für die Finanzierung von Projekten in den Agglomerationen. Ein Ja zur zweiten Röhre trifft damit jeden oder jede – auch die Städterinnen und Städter und die Bevölkerung in den Agglomerationen.
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Nein zum NAF

19. Juni 2014

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