PRESSEMITTEILUNG · 25.10.2026
T&E, VCS, umverkehR
Eine neue Umfrage bestätigt, dass die Einführung von Direktzügen nach Grossbritannien in der Schweiz auf breite Zustimmung stösst. Derzeit sind der Billettpreis und die Fahrzeit die grössten Hindernisse für die Bahn. Mit einer schnellen Direktverbindung ist das Potenzial für eine Verkehrsverlagerung sehr gross.
Eine vom Institut YouGov im Auftrag der Verbände Transport & Environment (T&E), umverkehR und VCS Verkehrs-Club der Schweiz durchgeführte Umfrage zeigt das grosse Interesse der Schweizer Bevölkerung an einer direkten Bahnverbindung zwischen der Schweiz und London: 58 % der Befragten befürworten diese, nur 8 % lehnen sie ab. Diese würde das Umsteigen in Paris überflüssig machen und die Reisezeit spürbar verkürzen.
«Durch den Wegfall des Umsteigens in Paris würde sich die Fahrzeit von Genf nach London von über 7 Stunden auf etwa 5.5 Stunden verkürzen. Diese Direktverbindung würde die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn gegenüber dem Flugzeug deutlich stärken», betont Victor Thévenet vom Verband T&E.
Grosses Potenzial für eine Verkehrsverlagerung
Wer sich heute für das Flugzeug entscheidet, um nach Grossbritannien zu reisen, tut dies vor allem, weil die Reise als schneller empfunden wird (79%). Faktoren, die Reisende dazu bewegen würden, den Zug dem Flugzeug vorzuziehen, sind ein tieferer Preis (61%), Direktverbindungen (37%) und kürzere Reisezeiten (37%). Wer sich heute für den Zug entscheidet, begründet dies mit der Attraktivität von Bahnreisen (58%), der geringen Umweltbelastung (55%) und der idealen Lage der Bahnhöfe im Stadtzentrum (45%). Die Umfrage zeigt ausserdem, dass 62% der Personen, die bereits mit dem Zug reisen, gewillt sind, den Zug für Fahrten von bis zu 6 Stunden zu nehmen.
«Die Schweizer*innen sind bereit, den Zug auch für längere Strecken zu nutzen. Nun liegt es an den Bahnbetreibern und den politischen Entscheidungsträger*innen, dies zu ermöglichen. Dieses Angebot muss zu einem erschwinglichen Preis bereitgestellt werden, um tatsächlich mit dem Flugzeug konkurrieren zu können und eine Reduktion der Treibhausgasemissionen zu ermöglichen», betont Franziska Ryser, Co-Präsidentin umverkehR.
London ist mit rund 50 Flügen pro Tag das meist angeflogene Ziel von Schweizer Flughäfen aus. Das Potenzial für eine Verlagerung des Verkehrs auf die Bahn ist daher gross.
Neues Kräfteverhältnis zwischen Zug und Flugzeug
Der internationale Flugverkehr wird heute indirekt durch Befreiungen von der Kerosinsteuer und der Mehrwertsteuer subventioniert: Die Bahn ist somit einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt. Diese Situation muss sich ändern.
Die eidgenössische Mobilitätsbon-Initiative (derzeit läuft die Unterschriftensammlung) würde es ermöglichen, bis zu 500 Millionen Franken pro Jahr für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr einzusetzen, beispielsweise für diese Strecke Schweiz–London.
Investitionen sichern und planen
«Um die Einführung dieser direkten Zugverbindung zwischen der Schweiz und London zu ermöglichen, müssen die Investitionen in die verschiedenen Schweizer Bahnhöfe, an denen diese Züge halten werden, so schnell wie möglich gesichert und geplant werden», erklärt Martin Winder, Bereichsleiter Verkehrspolitik und Kampagnen des VCS.
Die Verbände T&E, VCS und umverkehR fordern die nationalen und kantonalen Behörden sowie deren Partner (SBB, Eurostar usw.) auf, die Einführung dieses neuen Bahnangebots zur Priorität zu machen. Inmitten der Klimakrise ist dies dringend notwendig.
Sofern nicht anders angegeben, stammen alle in dieser Medienmitteilung dargestellten Ergebnisse von YouGov Plc. Die insgesamt 1048 Erwachsene umfassende Stichprobe wurde im Rahmen einer Online-Umfrage vom 11. bis 24. September 2026 befragt. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die gesamte erwachsene Bevölkerung der Schweiz (ab 18 Jahren).
