Ein Gutschein für mehr als 100 Stutz für den ÖV? Das ist doch eine super Idee. Mit der Mobilitätsbon- Initiative soll jede in der Schweiz wohnhafte Person pro Jahr rund 110 Franken bekommen, um günstiger ÖV zu fahren. Finanziert wird der Spass durch – in der Regel gut betuchte – Vielflieger*innen.
Die Ticketpreise für den ÖV sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Preisüberwacher hat aufgezeigt, dass sie sich seit 1990 praktisch verdoppelt haben. In der gleichen Zeit sind sie gegenüber den Kosten fürs Autofahren viermal stärker angestiegen. Kein Wunder, hört man immer wieder Stimmen, die sich über den teuren ÖV ärgern. Wer zu mehreren unterwegs ist oder ein knappes Budget hat, entscheidet sich für eine Fahrt darum eher einmal für das Auto statt für den ÖV. Das wollen wir ändern.
Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung profitiert
Mit der Mobilitätsbon-Initiative möchten wir den ÖV vergünstigen. An alle Einwohner*innen der Schweiz – auch Kinder – werden einmal pro Jahr mindestens zwei Drittel der Einnahmen aus der geplanten Flugticketabgabe in Form eines ÖV-Gutscheins verteilt. Je nach Ausgestaltung der Abgabe wird die Höhe variieren. Aktuell gehen wir, basierend auf dem im früheren, abgelehnten CO2-Gesetz vorgeschlagenen Mechanismus, von rund 110 Franken pro Person aus. Konkret bedeutet das, dass mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mehr Geld erhalten, als sie für die Flugticketabgabe bezahlen. Wer den ÖV nutzt und nicht fliegt, wird für die klimafreundliche Mobilität belohnt.
Vielflieger*innen bezahlen
Finanziert wird der Mobilitätsbon ausschliesslich durch Vielflieger*innen. Nur wer viel und weit fliegt, allenfalls sogar in einer Luxusklasse, bezahlt drauf. Da Personen mit hohen Einkommen fünf- bis sechsmal häufiger fliegen als Personen der unteren Einkommensklassen, können wir davon ausgehen, dass reiche Vielflieger* innen den ÖV für uns alle vergünstigen. Ausserdem werden auch Überreiche mit ihren Privatjets zur Kasse gebeten. Zusammenfassend kann also festgehalten werden: Die Mobilitätsbon- Initiative leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und zu mehr Klimagerechtigkeit.
Tiefere Einstiegshürde für ÖV
Tatsächlich haben wir in der Schweiz ja nicht nur ein Problem mit der Klimabelastung des Flugverkehrs. Auch der Autoverkehr ist für einen grossen Anteil der CO2-Emissionen verantwortlich. Darum sind Massnahmen zur Verlagerung auf den klimafreundlichen ÖV äusserst willkommen. Auch wenn die 110 Franken pro Person und Jahr auf den ersten Blick nach nicht so viel aussehen, rechnen wir dank der geringeren Einstiegshürde mit einem spürbaren Verlagerungseffekt vom Auto auf Zug, Tram und Bus. Wer einmal im Jahr einen ÖV-Gutschein geschenkt bekommt, probiert vielleicht sogar als Autofan mal eine Zugreise aus.
