Mitten in der Klimakrise will die ständerätliche Verkehrskommission Inlandflüge weiter fördern. Sie hat einen Vorstoss angenommen, der es neu auch ausländischen Fluggesellschaften ermöglichen soll, Inlandflüge anzubieten. umverkehR hat deswegen eine Petition lanciert, die von National- und Ständerat verlangt, diese unverantwortliche Vorlage abzulehnen, die sämtlichen Bemühungen zuwiderläuft, konsequente Klimaschutzmassnahmen zu ergreifen!
Aktuell verbietet das Luftfahrtgesetz ausländischen Flugunternehmen, kommerzielle Flüge zwischen zwei inländischen Flughäfen anzubieten. Diese Regelung wollen nun einige Parlamentarier*innen ändern, insbesondere um die Flugverbindung Genf – Lugano wiederaufnehmen zu können, die vor einigen Jahren eingestellt wurde.
Der Mitte-Ständerat Fabio Ragazzi hat eine parlamentarische Initiative mit dem Titel «Effiziente Anbindungen sicherstellen. Anpassung des Luftfahrtgesetzes» (25.447) eingereicht. Diese hat mit der Annahme durch die Verkehrskommission des Ständerates im vergangenen Mai bereits die erste Hürde genommen. Als Nächstes wird die Schwesterkommission des Nationalrates das Anliegen beraten.
Angesichts der Tatsache, dass der vergangene Sommer von einer noch nie dagewesenen Zahl von Klimakatastrophen geprägt war (Rekordhitze und -trockenheit, Waldbrände etc.), die Emissionen der Schweiz noch immer nicht genügend abnehmen und der Flugverkehr der Hauptverursacher der Klimawirkung unseres Landes ist (beinahe ein Drittel), ist dieser Vorschlag komplett deplatziert.
Magdalena Erni, Campaignerin bei umverkehR, bestätigt: «Dieser absurde Vorstoss ist ein weiterer Beweis für das fehlende Bewusstsein unserer Parlamentarier*innen für die Klimakrise und ihre Folgen. Ein solch falsches Signal für die Schweizer Klimapolitik müssen wir stoppen.»
Die Petition kritisiert ausserdem, dass diese neue Flugverbindung hauptsächlich von Überreichen genutzt werden würde. Die kleinen Flugzeuge mit ungefähr 30 Sitzplätzen, die auf dieser Strecke unterwegs wären, ermöglichen es nicht, erschwingliche Tickets anzubieten.
«Bloss einige wenige Privilegierte, reiche Tourist*innen und Geschäftsleute, profitieren von den neuen Inlandsflugverbindungen. Währenddessen leidet der Rest der Bevölkerung unter Hitzewellen und Trockenheit. Wollen wir die Romandie wirklich besser ans Tessin anbinden, müssen wir die Zugverbindungen optimieren und schnellere Direktverbindungen schaffen», erklärt Magdalena Erni.
