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Städte-Initiative Aarau

Silas Hobi

In Aarau hat der Verein «Aarau Mobil» am 26. April 2017 eine Gemeindeinitiative zur Förderung des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs (Städteinitiative Aarau) eingereicht. Die zukunftsfähige Mobilität soll in der Gemeindeordnung gesetzlich verankert werden. Der Stadtrat von Aarau hat unterdessen einen Gegenvorschlag vorgelegt. Am 4. März wurde dieser mit 66% klar angenommen.

Darum braucht es die Initiative «Für eine zukunftsfähige Mobilität»

Das zunehmende Verkehrschaos in Aarau belastet die Wirtschaft, die Umwelt und nicht zuletzt auch die Gesundheit der Bevölkerung. In Zukunft ist mit noch mehr Verkehr zu rechnen, weil die Bevölkerung wächst und die Mobilität ein grosses Bedürfnis ist.

Mehr Lebensqualität

Ein grosser Teil der Autofahrten lässt sich vermeiden, wenn vermehrt Angebote in der Nähe genutzt, die kurzen Wege möglichst zu Fuss oder mit dem Velo und die längeren Distanzen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Dies reduziert Lärm und Luftverschmutzung und es bleibt mehr Platz für diejenigen, die auf den Transport mit einem Motorfahrzeug angewiesen sind.

Mehr Platz und Sicherheit

Wenn man zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr genauso bequem, gefahrlos und sogar schneller ans Ziel kommt, lässt man das Auto freiwillig stehen. Dafür braucht es aber eine konsequente Bevorzugung des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs mit direkten und sicheren Verbindungen auf dem ganzen Stadtgebiet und bis in die Nachbargemeinden.

Zusätzliche Gelder sind nicht nötig

Anstehende Sanierungen bieten genug Gelegenheiten, dem sanften Verkehr auf der Strasse mehr Platz einzuräumen. Der kommunale Gesamtplan Verkehr ist dafür aber zu wenig verbindlich. Die Förderung des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs soll deshalb in der Gemeindeordnung verankert werden.

Im Vergleich zum Gegenvorschlag ist die Initiative konkreter

Als Antwort auf das stetige Verkehrswachstum auf begrenztem Raum fordert sie eine stetige Erhöhung des Anteils des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs. Die Initiative verlangt genügend Veloabstellplätze und eine bessere Anbindung der Innenstadt an die Quartiere und die angrenzenden Gemeinden. Zudem enthält sie Handlungsanweisungen für Anpassungen der Verkehrsinfrastruktur und möchte eine regelmässige Berichterstattung des Stadtrates, auch zum Stand der Zielerreichung.

Am 4. März 2018 wurde der Gegenvorschlag mit 66% klar angenommen. Die Initiative erhielt 44% Zustimmung.

News

News Städte-Initiativen

Aufgrund des Gegenvorschlags zur Städte-Initiative von umverkehR wurde 2010 im Umweltschutzgesetz des Kantons Basel-Stadt das Ziel verankert, den motorisierten Autoverkehr bis 2020 um 10 Prozentpunkte zu senken. Neuste Zahlen zeigen, dass das Ziel ambitioniert aber erreichbar ist. Bis 2018 wurde der Autoverkehr um 6 Prozentpunkte reduziert. umverkehR fordert, dass die Regierung alles daran setzt, das Gesetz einzuhalten und das Ziel zu erreichen.

 

Heute haben die Mitglieder des Komitees «Rosengartentunnel Nein» das Volksreferendum gegen den Rosengartentunnel eingereicht. In nur einem Monat haben die beteiligten Organisationen, aber inbesondere auch viele, engagierte Einzelpersonen über 5000 Unterschriften gesammelt. In den Gesprächen wurden viel Kritik gegen diese «Verkehrsplanung» aus den 70er Jahren vorgebracht, eine Planung, die viel kostet aber nichts bringt.

 

Heute startet die Sammelfrist für das Referendum gegen das unnötige Projekt «Rosengartentram und Rosengartentunnel». umverkehR setzt sich entschieden gegen das Projekt ein, weil es Mehrverkehr in die Stadt schwemmt und viel zu teuer ist. Wir fordern eine Tempo- und Spurreduktion sowie separate Velowege, damit Anwohnende vor Lärm und Abgasen geschützt werden.

 

1,1 Milliarden Franken soll die Verkehrsberuhigung des ungefähr 600 Meter langen Streckabschnitts beim Rosengarten kosten. 10 - 15 Jahre lang soll daran gebaut werden. Während der Bauzeit wird der Verkehr durch die Quartiere geleitet. Für den Bau der Tunnelportale müssen Häuser abgerissen werden. Das Quartier bleibt zerschnitten und der MIV bekommt eine Spur mehr. Der Rosengartentunnel torpediert damit die Ziele der 2010 vom Volk angenommenen Städte-Initiative.

 

Die Ereignisse in der Basler Verkehrspolitik überschlagen sich. Letzte Woche wurde der Verkehrsindex publiziert. Gleichzeitig ist die Frist zur Vernehmlassung der künftigen Parkplatzpolitik abgelaufen. Die Regierung lässt keinen Zweifel, dass sie nicht gewillt ist, den Volkswillen zu vollstrecken und den Autoverkehr bis 2020 gegenüber 2010 um 10% zu reduzieren.