Basel, 30.11.06. umverkehR untersuchte zum zweiten Mal die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs in 45 Schweizer Städten und Agglomerationen. Insgesamt haben sich die verschiedenen Angebote verbessert. Ein Mangel ist das hohe Preisniveau, die geplante Preiserhöhung der SBB ist hier ein Schritt in die falsche Richtung.
Busse und Trams in den Städten sind die Visitenkarte des öffentlichen Verkehrs. Bereits 2003 hat umverkehR die Angebote von 45 Städten und Agglomerationsgemeinden in der Schweiz auf Herz und Nieren geprüft. Im Vordergrund des zweiten Durchgangs stand die Frage, ob sich nach dem grossen Fahrplanwechsel vom Dezember 2004 (Bahn 2000) auch das Angebot im öffentlichen Nahverkehr verbessert hat. Attraktivität gesteigert, Preisniveau zu hoch «Das Bus- und Tram-Angebot in Stadt und Agglomeration ist attraktiver geworden», resümiert Christian Harb, Präsident von umverkehR. Vor allem das Informationsangebot und die Benutzerfreundlichkeit haben deutlich zugenommen. Aber auch die Fahrpläne wurden verdichtet und die Fahrgeschwindigkeiten von Bussen und Trams erhöht. Das hohe Preisniveau des öffentlichen Verkehrs ist jedoch ein Problem. Wenn die SBB die angekündigten Tariferhöhungen tatsächlich durchziehen, sind auch bei anderen Transportunternehmungen Tariferhöhungen zu erwarten. Christian Harb: «Die hohen Preise sind kontraproduktiv und machen die Bestrebungen zunichte, den öffentlichen Verkehr zu fördern und damit die Verkehrsprobleme in Städten und Agglomerationen zu lösen.» Vorab in kleineren Städten und Agglomerationen ist der ÖV zu teuer. In Grenchen zum Beispiel liegen die Kosten für ein Monatsabonnement mit umgerechnet 70 Rappen/km in der Grössenordnung eines Autos (78 Rappen/km). Individuelle Tarife für kleine Agglomerationen wie Burgdorf fehlen häufig. Solche Angebote sind durchaus möglich wie der Zürcher Verkehrsverbundes oder der Tarifverbundes «Ostwind» (Ostschweiz) aufzeigen. Röstigraben beim Busfahren Die insgesamt besten Angebote finden sich in Basel, dem Zürcher Glattal, in der Stadt Zürich, Luzern, Chur, Schaffhausen und Zug (Wertung «sehr gut»). Zug hat dank der neuen Stadtbahn einen grossen Sprung nach vorne gemacht. Das neue Bussystem im kleinen Kreuzlingen (Wertung «gut») ist ebenfalls erfreulich und hat Modellcharakter für kleine Städte. Lediglich drei Angebote mussten – trotz Verbesserungen – als «ungenügend»› bzw. «schlecht» bewertet werden: Bellinzona, Zofingen-Wiggertal und Sion. Etwas weniger gut, aber meist immer noch «genügend» bis «gut» wurden die Busangebote in der Romandie bewertet. Neben tieferen Fahrgeschwindigkeiten wurden vor allem die Benutzerfreundlichkeit und das Informationsangebot dort schlechter bewertet. Es sind diese kleinen Dinge, die den öffentlichen Verkehr auch für Leute attraktiv machen, die ihn nur gelegentlich benutzen. Wenn der öffentliche Verkehr auch solche Menschen kein Buch mit sieben Siegeln bleiben soll, dann sind weitere Anstrengungen in diesem Bereich notwendig hier die Resultate
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