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NEIN zum NAF

Mittwoch, 18. Januar 2017
Daniel Costantino

umverkehR sagt Nein zum NAF, denn wer Strassen sät wird Verkehr ernten.


umverkehR lehnt die Verfassungsänderung «Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds» (NAF) in der geplanten Form ab. Der NAF ist zu stark auf den Ausbau von Strasseninfrastrukturen ausgerichtet. Gerade in Agglomerationen, wo die grössten Staus bestehen, kann das Verkehrsproblem auf intelligentere Art gelöst werden.

Der Ausbau des Strassennetzes ist eine Fehlinvestition. Wird das Angebot ausgebaut, führt dies zu Mehrverkehr und damit auch zu mehr Kosten: Während die externen Kosten für den Schienenverkehr beispielsweise gut 700 Mio. CHF betragen, schlagen diese für die gemäss einer Studie der Beratungsbüros Ecoplan und Infras mit fast 8 Mia. CHF zu Buche. Darunter fallen beispielsweise Gesundheits- und Lärmkosten, die heute durch die Allgemeinheit getragen werden. Mit dem NAF werden der Bundeskasse zusätzliche 650 Mio. CHF entzogen. Geld, das für andere Bereiche wie Bildung, Gesundheit oder Landwirtschaft fehlen wird. Die Vorlage ist auch deshalb kontraproduktiv, da die Wirkung von Investitionen in den des öffentlichen Verkehr, nun durch Milliarden für den motorisierten Strassenverkehr konkurrenziert wird.

Rückständige Verkehrspolitik

Die Engpässe des Nationalstrassennetzes liegen in den Agglomerationen. Hier sind aber S-Bahnen wesentlich effizienter. Eine S-Bahnkomposition bietet über 1000 Sitzplätze – dies entspricht einer aneinander gereihten Autokolonne von sechs Kilometern! Mit einer Auslastung von 1,12 Personen pro Auto während den Spitzenzeiten besteht ein hohes Potential, Verkehrsengpässe und Staus durch andere Systeme wie z.B. «Carpooling» zu lösen. Mit der zu erwartenden Umstellung auf automatisierte Fahrzeuge in 10-20 Jahren können Fahrzeuge z.B. durch das sogenannte «Platooning» dichter fahren und damit neue Kapazitäten schaffen. Der Ansatz, mit dem NAF so viel Geld mit dem Bau neuer Strassen sprichwörtlich zu zementieren ist dagegen rückständig und nicht innovativ.

Wiederspruch zur angestrebten CO2-Reduktion

Der NAF ist ein Widerspruch zur angestrebten CO2-Reduktion um 10 Prozent beim Verkehr bis 2020. Die Auswirkungen des Klimawandels werden zu einer der grössten Herausforderungen der Zukunft. Mit intelligenten Verkehrssystemen könnte bereits heute eine CO2-Reduktion erreicht werden. Schlägt die Schweiz den Weg über den NAF ein, wird das Erbe der zukünftigen Generationen umso schwerer ausfallen.
«Der Ansatz des NAF legt die Weichen falsch – anstatt auf zukunftsorientierte Lösungsansätze zu setzen, wird versucht, auf Biegen und Brechen und auf Kosten der kommenden Generationen ein ausgedientes System aufrechtzuerhalten» sagt Daniel Costantino, Kampagnenleiter bei umverkehR.

Kontakt:
Daniel Costantino, Kampagnenleiter umverkehR, 044 242 72 41 / 079 647 83 48