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umverkehR fordert Nightjet statt Airbus

Sonntag, 11. Dezember 2016
Daniel Costantino

40 Aktivistinnen und Aktivisten der verkehrspolitischen Organisation «umverkehR» haben heute den ersten Nachtzug «Nightjet» der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) im Hauptbahnhof Zürich beglückwünscht. Mit der farbig-fröhlichen Aktion fordert umverkehR gleichzeitig den Ausbau der Nachtzuglinien sowie gleiche Bedingungen für den internationalen Bahnverkehr wie für den Flugverkehr.

Nachdem am frühen Morgen des 11. Dezember der letzte «CityNightLine» der Deutschen Bahn in Basel angekommen ist, rollt um 20 Uhr der erste «Nightjet» der ÖBB von Zürich in Richtung Berlin und Hamburg. umverkehR ist erfreut, dass sich die Kampagne zur Erhaltung der Nachtzüge gelohnt hat und wünscht den ÖBB für den Betrieb des Nightjet viel Glück und Erfolg. Gleichzeitig fordert umverkehR einen Ausbau der Nachtzugverbindungen, beispielsweise die eben gestrichene Verbindung nach Amsterdam.

 

Streichkonzert trotz grosser Nachfrage

Bis vor zehn Jahren konnte man von der Schweiz im Schlaf- oder Liegewagen nach Rom, Barcelona, Brüssel, Kopenhagen, Minsk und Moskau fahren. Mit dem Fahrplanwechsel wurden nun auch die Verbindungen Zürich–Amsterdam und Zürich–Prag via Dresden ersatzlos gestrichen.

 

Dank Übernahmen durch die ÖBB bestehen ab der Schweiz seit heute die Nachtzüge Zürich–Berlin–Hamburg, Zürich–Wien, Zürich–Budapest, Zürich–Prag via Österreich, Zürich–Graz sowie Zürich–Belgrad. Doch ist das Platzangebot knapp. Allen Unkenrufen zum Trotz blieben die Nachtzüge stets gut gebucht oder sogar früh ausgebucht. Wer in Zukunft spontan von Zürich nach Berlin oder Hamburg reisen möchte, dürfte Mühe haben, einen Schlafwagenplatz zu ergattern. Die Nachfrage nach Nachtzugverbindungen ist nach wie vor erfreulich hoch, obschon kaum noch Werbung betrieben wurde.

 

Gleiche Bedingungen für Zug- und Flugverkehr
Nach den Klimakonferenzen in Paris und Marrakesch ist eine Anpassung der Bedingungen zum Schutz des Klimas mehr als dringend. «Es ist eine Farce, dass einerseits Klimaschutz betrieben werden soll und andererseits CO2-emissionsstarke Verkehrsmittel steuerlich bevorteilt werden» sagt Daniel Costantino, Kampagnenleiter bei umverkehR. «Nightjet statt Airbus» steht dazu passend auf einem Transparent der Organisation. Die Organisation fordert von der Politik gleiche Bedingungen für Zug- und Flugverkehr bei grenzüberschreitenden Verbindungen. Während der Flugbetrieb von Mehrwert- und Kerosinsteuern befreit ist, werden den Bahnbetreibern je nach Destination Mehrwert- und Fahrstrom besteuert. Zusätzlich bezahlt die Bahn für jeden Kilometer Trassengebühren.

 

Viele Vorteile

Nachtzugreisen sind nicht nur einfach Nostalgie. Sie bieten eine Reihe von unschlagbaren Vorteilen: Ein Hotel auf Rädern spart Zeit durch das Reisen im Schlaf. Dank früher Ankunft und später Abfahrt mitten in der City können Geschäftsreisende Termine in Tagesrandzeiten wahrnehmen. Städtereisende profitieren von verlängerten Aufenthaltszeiten. Die umständlichen Prozeduren auf den Flughäfen entfallen. Gleichzeitig sparen Nachtzugreisende, indem weniger Hotelübernachtungen benötigt werden.

 

umverkehR wird sich auch weiterhin zusammen mit seinen Partnerorganisationen in der Schweiz und der internationalen Nachtzugallianz «Back on Track» für attraktive Nachtzugverbindungen in Europa einsetzen.

 


Für weitere Auskünfte

Daniel Costantino, Kampagnenleiter umverkehR      Joachim Holstein, Sprecher «Back on Track»

079 647 83 48                                                             +49 151 15 77 99 99