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Die wichtigsten Strassenbauvorhaben in Bern und Freiburg
Kanton Bern
Auch im Kanton Bern gelangt Nationalstrassennetz an seine Kapazitätsgrenzen. Die Planung des Ausbaus des Abschnittes zwischen der Verzweigung Luterbach und Oensingen [BE10] wurde an die Hand genommen. Der Abschnitt Kirchberg-Schönbühl [BE13] stellt eine weitere Strecke mit grossem Problemdruck dar und auch innerhalb der Stadt Bern ist das Autobahnnetz überlastet.
Verbesserungen sollen die Osttangente [BE17] von Ittigenfeld nach Muri sowie die Südgangente [BE18] von Bümpliz nach Rubigen bringen. Die Südtangente würde durch dicht besiedeltes Gebiet führen und ist nur mit einer längeren Untertunnelung realisierbar. Zwar ist sie im Gesamtverkehrskonzept der Region Bern verankert, aber erst eine Zweckmässigkeitsprüfung soll entscheiden, ob dieses Projekt weiter verfolgt wird.
In Biel sind neben der sich im Bau befindlichen Umfahrung Biel [BE6-7] auch neue Umfahrungstunnels für Twann [BE8] und Tüscherz [BE9] geplant. Darüber hinaus sieht eine Planungsstudie zum linken Bielerseeufer den schrittweisen Ausbau der A5 auf teilweise drei Spuren sowie zusätzliche Umfahrungstunnels (z.B. in La Neuveville) vor [BE16].
Die Stadt Thun soll einerseits durch einen neuen Bypass bzw. Aarequerung Nord ([BE30]) und eine Aarequerung Süd [BE29] entlastet werden.
Der Abschnitt Faulensee-Därligen (A6; [BE15]) ist hier aufgeführt, weil er einerseits vor allem an Wochenenden künftig überlastet sein (ARE 2002) wird und andererseits die verschiedenen Verkehrsträger nicht getrennt sind. Die Kosten beziehen sich auf eine Sanierung der Problemabschnitte u.a. mit zusätzlichen Tunnels analog zum linken Bielerseeufer.
Unmut schuf der Kanton Bern mit der Redimensionierung des Projektes der Umfahrung Saanen [BE46]. Möglicherweise wirkte dies als Bumerang: Vor allem in ländlichen Regionen und hier vor allem im Berner Oberland war die Opposition gegen das Tram Bern West – von dessen Investitionen vor allem die Stadt Bern profitiert hätte – bei der Abstimmung vom 16. Mai 2004 besonders gross. Das Tramprojekt wurde damals mit 50.4% knapp abgelehnt.
Im Emmental gilt die mangelnde Verkehrserschliessung als eines der Probleme für die Ansiedlung neuer Firmen und als Hauptgrund für die Abwanderungstendenz im mittleren und oberen Emmental. Der Regionale Richtplan Emmental-Oberaargau-Laufental von 1986 sah noch eine ‚Emmentalstrasse’ von Burgdorf nach Langnau vor, die sämtliche Siedlungsgebiete umfahren hätte. Zwischenzeitlich wurden die Pläne redimensioniert. Die weiträumige Umfahrung hätte nämlich lediglich 12% des täglichen Verkehrsaufkommens von 18'000 Fahrzeugen durch Burgdorf aufgenommen und erschien daher unzweckmässig.
Wirtschaftskreise lancierten daher neu unter dem Titel ‚Zufahrt Emmental’ die 150 Mio. Franken teure Idee einer Umfahrung von Oberburg via Burgdorfer Schachen und einem Tunnel durch den Burgdorfer Schlossfelsen. Die enge Verknüpfung mit dem bestehenden Strassennetz sollte gewährleisten, dass die neue Strasse auch benutzt wird und nahm damit in Kauf, dass auch der Binnenverkehr gefördert wird. Das neueste Kapitel dieser Geschichte schreibt die erst kürzlich veröffentlichte Zweckmässigkeitsprüfung, die wieder eine weiträumige Umfahrung von Burgdorf [BE32] mit Kosten von 345-389 Mio. Franken vor allem infolge der Reisezeitgewinne als optimalste Variante vorschlägt. Gerade punkto Reisezeitgewinne ist allerdings zu überdenken, dass möglicherweise das lokale Gewerbe insofern leidet, als dass die Shopping-Center entlang der A1 attraktiver werden.
Opposition gegen die Zufahrt Emmental/Umfahrung Burgdorf melden die regionalen Umweltverbände an. Sie argumentierten mit einer „Wegfahrt Emmental“ und zeigten in einer Ideenskizze „Mobilität Emmental“ Alternativen zu diesen Strassenbauprojekten auf. Die Mehrzahl der Wohngebiete befindet sich im Umfeld der Bahnstationen im Tal, weshalb eine Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zumutbar ist. Neben dem Ausbau des Bahn- und Busangebotes sieht das Konzept Mobilitätszentralen in Burgdorf, Hasle und Langnau vor, die neue, intelligente und umweltfreundliche Mobilitätsträger wie Car Sharing, Elektro-Velos, Bahn und Bus, Mitnahmesysteme promovieren sollen. www.mobilitaet-emmental.ch
Der Autobahnzubringer Oberaargau [BE42] hat grundsätzlich schlechte Chancen. Ehemals lief dieses Projekt unter dem Titel „Wirtschaftsstrasse“, um dem Hauptanliegen, einer Anbindung des Oberaargaus an die A1 für eine attraktivere Erschliessung für das Gewerbe zu erinnern. Zwar erarbeitete Langenthal ein Agglomerationsprogramm, bei dem der Autobahnzubringer das Schlüsselprojekt bildete, eine Zweckmässigkeitsprüfung des Kantons Bern teilte dem 170-Millionen aber schlechte Noten: Sie sei „knapp unter der Schwelle der Wirtschaftlichkeit“ und für den Kanton „kaum tragbar“ (Solothurner Zeitung, 24.2.07). Trotzdem will der Wirtschaftsverband Oberaargau vehement weiter für die Realisierung dieser Strasse kämpfen.
Die Projekte BE1-BE9 gehören zur Fertigstellung des Nationalstrassennetzes und werden hier beschrieben.
Kanton Freiburg
Im Kanton Freiburg wird nächstes Jahr die Umfahrung von Bulle eröffnet (www.h189.ch; [FR1]). Zwar ist das Verkehrsaufkommen mit täglich 14'500 Fahrzeugbewegungen zwischen Bulle und La Tour-de-Trême recht hoch, dennoch stellt sich die Frage, ob nicht auch andere, günstigere Massnahmen als dieses 215 Mio. Franken teure Projekt eine Entlastung gebracht hätten. So stellt Bulle beispielsweise mit 14'000 Einwohnern die grösste Agglomeration in der Schweiz ohne einen Ortsbus dar.
Auf dem Bauprogramm steht auch die Poya-Brücke (www.pont-poya.ch; [FR2]), die eine Direktverbindung zwischen den westlich der Saane liegenden Quartiere und der Stadt Fribourg einerseits, Schönenberg bzw. Tafers andererseits darstellt und so das Burgquartier in Freiburg vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Nach langen Variantenstreitigkeiten kam diesem Projekt schliesslich kaum noch Opposition entgegen. Ein Kredit wurde am 24. September 2006 mit 82% Ja-Stimmen von der Stimmbevölkerung genehmigt.
Über die Poya-Brücke und eine neuen Verbindung zwischen Marly und Posieux [FR4] hinaus sieht das Agglomerationsprogramm von Freiburg nur wenige, punktuelle Erweiterungen am Strassenetz vor. Zu erwähnen ist noch die Umfahrung Düdingen [www.vovd.ch; FR3], die Düdingen vom Zubringerverkehr zur A1 entlasten soll.
| Nr. |
Strecke |
Kosten (Mio) |
Stand/Bau |
Bemerkungen |
| BE1 |
A16, Moutier Nord-Moutier Sud |
**231 |
2002-2011 |
Total 519 Mio. |
| BE2 |
A16, Moutier Sud-Court (Tunnel du Graitery) |
**221 |
2006-2012 |
Total 265 Mio. |
| BE3 |
A16, Court-Loveresse |
415 |
2011-2016 |
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| BE4 |
A16, Loveresse-Tavannes |
190 |
2007-2012 |
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| BE5 |
A16, Verkehrsentflechtung Taubenloch |
250 |
2014-2018 |
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| BE6 |
Umfahrung Biel Ostast |
1,000 |
2007-2015 |
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| BE7 |
Umfahrung Biel Westast |
*1000 |
2010-2018 |
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| BE8 |
Umfahrung Twann |
160 |
2010-2018 |
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| BE9 |
Umfahrung Tüscherz (Rusel-Tunnel) |
125 |
ab 2020 |
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| BE10 |
A1, Verzweigung Luterbach-Oensingen (Anteil BE) |
150 |
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| BE11 |
Umbau Anschluss Bern-Wankdorf |
85 |
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| BE12 |
A1, Kirchberg-Schönbühl |
*210 |
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| BE13 |
A1, Schönbühl-Wankdorf |
*140 |
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| BE14 |
A6, Muri-Rubigen |
*100 |
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| BE15 |
A6, Faulensee-Därligen |
*335 |
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| BE16 |
Ausbau A5, Biel-La Neuveville |
*455 |
2011-2020 |
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| BE17 |
Osttangente (inkl. Rückbau) |
1400 |
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| BE18 |
Südtangente |
2100 |
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| BE19 |
Bern, Zubringer Neufeld (Tunnel) |
18 |
2006-2009 |
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| BE20 |
Zubringer ESP Köniz-Liebefeld/Morillon |
als Teil Südtangente berücksichtigt |
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| BE21 |
Zubringer ESP Zollkofen |
90 |
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| BE22 |
Leistungssteigerung Wankdorfplatz (ohne Tram) |
60 |
2008-2012 |
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| BE23 |
Spange Köniz-Wangental |
10 |
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| BE24 |
VBS A1/A6/A12 |
100 |
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| BE25 |
Umfahrung Münsingen |
16 |
nach 2015 |
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| BE26 |
Verkehrssanierung Worb |
60 |
2011-2018 |
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| BE27 |
Interlaken, VS_7 Bahnhofüberg. Bahnhof West |
21 |
ab 2007 |
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| BE28 |
Interlaken, VS Bahnhof-.-Bözingenstr. |
19 |
ab 2007 |
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| BE29 |
Entl. Thuner Innenstadt (Südliche Aarequerung) |
135 |
2013-2022 |
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| BE30 |
Thun, Bypass Nord/Aarequerung Nord |
70 |
2011-2016 |
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| BE31 |
Burgdorf, ST5 Aufhebung Niveauübergänge |
24 |
2007-2011 |
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| BE32 |
Umfahrung Burgdorf |
345 |
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| BE33 |
Anschluss Banerterareal-Industrie Lyss Nord |
15 |
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| BE34 |
Vollanschluss Studen |
8 |
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| BE35 |
Biel Brüggmoos-Lyss |
150 |
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| BE36 |
Anschluss Reuchenette |
52 |
2010 |
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| BE37 |
Route de contournement d'Orvin |
20 |
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| BE38 |
Ausbau Renan-Jonction des Convers |
28 |
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| BE39 |
Ins-Kerzers |
*100 |
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| BE40 |
Umfahrung Aarberg-Bargen-Kallnach |
85 |
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| BE41 |
Umfahrung Herzogenbuchsee |
57 |
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| BE42 |
Autobahnzubringer Oberaargau |
170 |
bis 2015 |
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| BE43 |
Umfahrung Emdtal |
14 |
2005-2008 |
Total 43 Mio. |
| BE44 |
Umfahrung Reichenbach |
*20 |
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| BE45 |
Umfahrung Wilderswil |
41 |
nach 2011 |
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| BE46 |
Nordumfahrung Saanen |
21 |
ab 2008 |
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| BE47 |
Südumfahrung Frutigen |
72 |
ab 2014 |
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Total Bern |
10388 |
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| FR1 |
Umfahrung Bulle |
**72 |
2005-2008 |
Total 215 Mio. |
| FR2 |
Poya-Brücke, Vierspurausbau Murtenstrasse |
120 |
2008-2012 |
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| FR3 |
Umfahrung Düdingen, V2 |
74 |
nach 2013 |
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| FR4 |
Strasse Marly-Posieux |
*70 |
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| FR5 |
Ausbau Anschlüsse Fribourg Nord, Sud, Matran |
*30 |
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| FR6 |
Granges-Paccot, Halbanschluss |
*7.5 |
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| FR7 |
Ausbau Givisiez-Villars sur Glâne |
nicht berücksichtigt |
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| FR8 |
Route de Cormanon, Ausbau |
*40 |
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| FR9 |
Ausbau Romont-Vaulruz |
65 |
ab 2009 |
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| FR10 |
Umfahrung Belfaux |
*30 |
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Total Fribourg |
509 |
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*Kosten geschätzt |
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**im Bau: nur Kostenanteil der restlichen Bauzeit |
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