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100 Mrd. - Ostschweiz PDF Drucken E-Mail
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Die Strassenbauvorhaben der Ostschweiz


Kanton Glarus

Durch die Dörfer Näfels, Netstal und Glarus wälzen sich täglich 20'000 Fahrzeuge, die die bestehende, zweispurige Hauptstrasse bis an die Kapazitätsgrenze belasten. Erste Umfahrungsprojekte der 60er-Jahre wurden vom Gewerbe bekämpft, das eine Abwanderung der Kundschaft fürchtete.
Im Jahre 2001 wurden verschiedene Varianten mit der Bezeichnung «Erschliessungs- + Entlasungsstrasse» (E+E) mit Kosten zwischen 403 bis 453 Mio. Franken an der Landsgemeinde vom 6. Mai 2001 vorgelegt und dabei klar zurückgewiesen. Einig war man sich aber darüber, dass die vorgelegten Projekte zu teuer seien.
Die Glarner Regierung beschloss daher, die Verkehrsprobleme mit einem Mobilitätskonzept Glarnerland neu anzugehen, das eine „Gesamtschau“ über alle Verkehrsträger im Kanton Glarus liefern soll. Bestandteil dieses Mobilitätskonzept ist allerdings erneut eine Reihe von Umfahrungen (Netstal [GL1], Näfels [GL3] und Glarus [GL5]), was von den Umweltverbänden kritisiert wird.
www.variante20.ch

Kanton Appenzell-Ausserrhoden

Seit über 40 Jahren wird eine Lösung für die Herisauer Verkehrsprobleme gesucht. Neben der Umfahrung Herisau [AR1] wurde auch eine Alternative mittels Verbesserungen am bestehenden Strassennetz gesucht (‚Ypsilon’). Trotz de grossen Zahl an Ideen, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden können, wird aber an dem Umfahrungsprojekt festgehalten.
Von ursprünglich 240-285 Mio. Franken sind die Kosten des Projektes inzwischen auf 450 Mio. Franken gestiegen. Grund dafür stellen die kreuzungsfreien Anschlüsse dar, die den ursprünglichen Kreisellösungen vorgezogen wurden. Die Umfahrung Herisau wird eng mit dem bestehenden Strassennetz verknüpft, sodass sie 75% des Verkehrsaufkommens aufnehmen könnte. Allerdings wird sie auch als Zufahrt für das Entwicklungsgebiet St. Gallen West attraktiv sein und entsprechenden Mehrverkehr erzeugen. Mit dem Bau der Umfahrung Herisau dürften ausserdem auch die Umfahrungen von Waldstatt [AR2], Hundwil [AR4] und Urnäsch [AR7] aktueller werden, deren Trassees zurzeit im Richtplan als Vororientierung enthalten sind.

Kanton St. Gallen

Als Bestandteil des Agglomerationsprogrammes St. Gallen-Rorschach wird die Südspange [SG5] angeführt, die den Abschnitt Kreuzbleiche-Neuhof der Autobahn A1 entlasten soll. Bereits 1993 wurde die Kurzvariante einer Südumfahrung mit 64% Nein-Stimmen abgelehnt. St. Gallen weist durch seine langgezogene Siedlungsstruktur an und für sich optimale Bedingungen für eine Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr auf. Der Ausbau der S-Bahn und der Bau eines Tramnetzes als Alternative besitzen hier noch ein grosses Potenzial.
Zur Entlastung von Rapperswil-Jona ist ein Tunnel bis zum Seedamm mit 4.4 km Länge bis zum Seedamm vorgesehen. Der Ausbaustandard mit unterirdischen, niveaufreien Anschlüssen macht das Projekt mit 752 Mio. ausgesprochen teuer. Insbesondere auf den Zufahrtsstrecken wie die St. Galler- und die Neue Jonastrasse ist mit einem starken Verkehrswachstum zu rechnen.
Dabei ergaben Verkehrszählungen, dass der Durchgangsverkehr in Rapperswil-Jona lediglich einen Anteil von 13% aufweist, während 55% des Verkehrsaufkommens Ziel-/Quellverkehr bzw. 32% Binnenverkehr sind. Durch die optimale Anschliessung des Tunnels mit dem oberirdischen Strassennetz fördert das Projekt auch den Ziel-/Quellverkehr und nicht zuletzt sogar dem Binnenverkehr dienen. Stellt sich die Frage, ob die Förderung des Binnenverkehrs mit einem so teuren Projekt eigentlich wünschbar ist. Ein Bau des Entlastungstunnels und der im Agglomerationsprogramm Obersee angestrebte Ausbau der erst kürzlich erst fertig gestellten A53 Rapperswil-Schmerikon [SG3] verschiebt schliesslich die Problemstelle zweifellos in Richtung Seedamm, der bereits seit Jahren an die Kapazitätsgrenze stösst.

Kanton Thurgau

Erste Pläne für eine neue T13 vom Raum Kreuzlingen bis nach Arbon wurden schon vor 40 Jahren diskutiert. Zu geringe Entlastungswirkung und die Zerstörung wertvoller Lebens- und Naherholungsgebiete wurden gegen diese T13 ins Feld geführt. Zudem bestand die Befürchtung, dass wegen dem im Vergleich zum nördlichen Bodenseeufer vergleichsweise geringe Verkehrsaufkommen die Schnellstrasse als Teil einer West-Ost-Achse vom Raum Stuttgart nach Österreich und über den San Berardino nach Italien herhalten müsste.
Studien zeigten, dass eine bessere Verkehrserschliessung die wirtschaftliche Entwicklung im Thurgau nicht entscheidend beeinflusse. Die „Nähe zu einem Autobahnanschluss“ stellt für Firmen in der Region lediglich den achtwichtigsten Standort-Faktor dar. Finanzielle Kriterien wie Steuerbelastungen, Lohnnebenkosten, das Potenzial an qualifizierten Mitarbeitern u.a. seien weit wichtiger. Eine weitere Studie machte darauf aufmerksam, dass die Bahnlinie entlang dem Bodensee, deren Angebot in den letzten Jahren stark ausgebaut worden ist, direkte Konkurrenz bekommen hätte.
Die Pläne der T13 wurden schliesslich bis auf ein Teilstreck (Südumfahrung Kreuzlingen [TG1]) fallen gelassen und das Projekt der T14 [TG2], einer Schnellstrasse durch den Oberthurgau aufgegleist. Der Eintrag in den Richtplan wurde allerdings am 25. September 2005 an der Urne von der Thurgauer Stimmbevölkerung mit 52% ebenso wie die Südumfahrung Kreuzlingen (57% Nein) abgelehnt. Kriterien wie hohe Kosten, Beeinträchtigung von Naherholungsgebieten und der hohe Landverbrauch gaben den Ausschlag.
Mehr oder weniger überraschend teilten das Baudepartement und die Raumplanungskommission am 6. Juli 2007 aber mit, dass sie ein neues Projekt für eine T14 erarbeite, dessen Kosten mit 800 Mio. Franken beziffert werden. Als Kommentar lässt sich hier anfügen, dass diese Neuauflage im Kanton Thurgau durchaus System zu haben scheint: So wurde auch die Umfahrung Bischofszell [TG10] trotz einer Ablehnung im Zuge einer Konsultativabstimmung neu aufgegleist. Auch die abgelehnte Südumfahrung Kreuzlingen wird immer noch diskutiert.

Die Strassenbauvorhaben von Graubünden finden sich hier.
Die Strassenbauvorhaben von Schaffhausen und Zürich finden sich hier.

 

Nr. Strecke Kosten (Mio.) Stand/Bau Bemerkungen
GL1 Umfahrung Netstal 250 Vororientierung  
GL2 Netstal, Spange Nord *9 Vororientierung  
GL3 Umfahrung Näfels 200 Vororientierung  
GL4 Verbindungsstrasse A3-Molliserstrasse *15 Vororientierung  
GL5 Umfahrung Glarus *270 Vororientierung  
GL6 Verbindungsstrasse Glarus-Ennenda *9 Vororientierung  
  Total Glarus 744    
SG1 A3, Landquart-Sarganserland *230    
SG2 A1, St. Fiden-Neudorf *240    
SG3 Ausbau A53 Jona-Schmerikon *210    
SG4 Verkehrsentlastung Rapperswil 752 ab 2009  
SG5 Südspange St. Gallen *900 später als 15 Jahre  
SG6 Anschluss Wil West 25 später als 2011  
SG7 Optimierung Autobahnanschluss A1 Wil 2 nach 2007  
SG8 Umfahrung Zentrum Rorschach *160 5-10 Jahre  
SG9 A1-Zubringer Rorschach 90 später als 15 Jahre  
SG10 Umfahrung Bütschwil (Dietfurt-Soor-Engi) 164    
SG11 Umfahrung Wattwil 2. Etappe 127    
SG12 Entlastungsstrasse Altstätten-Heerbrugg SG *90 Vororientierung  
SG13 Nordumfahrung Altstätten *15    
SG14 Ostumfahrung Sargans *30 Zwischenergebnis  
SG15 Dorfkernentlastung Bad Ragaz *10 Vororientierung  
SG16 Regionalverbindungsstr. Wil-Bronschhofen 80 später als 2011  
SG17 Südverbindung Gossau *7.5    
SG18 Westspange Gossau (Wiler-Flawilerstrasse) *9 Vororientierung  
SG19 Westumfahrung Gossau *22.5 Vororientierung  
SG20 Umfahrung Oberdorf, Gossau *15 Vororientierung  
SG21 Alternative Zentrumsquerung Gossau SG 6    
SG22 Entlastung St. Galler-Strasse, Wittenbach *40    
  Total St. Gallen 3225    
AR1 Umfahrung Herisau 450 Beginn 2009  
AR2 Ostumfahrung Waldstatt *40 Vororientierung  
AR3 Südumfahrung Waldstatt *34 Vororientierung  
AR4 Nordumfahrung Hundwil *20 Vororientierung  
AR5 Umfahrung Bühler *40 Vororientierung  
AR6 Umfahrung Gais *30 Vororientierung  
AR7 Kernumfahrung Urnäsch *45 Vororientierung  
  Total Appenzell-Ausserrhoden 659    
TG1 Südumfahrung Kreuzlingen 125 Zwischenergebnis  
TG2 T14, Thurtalstrasse Bonau-Umf. Arbon 800 Zwischenergebnis  
TG3 Entlastung Stadtzentrum Frauenfeld 54 Festsetzung  
TG4 Bahnhofstrasse Kreuzlingen 25 2007-2009  
TG5 Spange Hofen in Sirnach *10 2007-2011  
TG6 Kernumfahrung Arbon *22 Zwischenergebnis  
TG7 A7, Halbanschluss Pfyn 5 Zwischenergebnis  
TG8 Umfahrung Eschlikon-Sirnach *45 Vororientierung  
TG9 Umfahrung Herrenhof/Langrickenbach *7.5 Vororientierung  
TG10 Kernentlastung Bischoffszell 42 Vororientierung  
TG11 Entlastung Arbon 24 Festsetzung  
TG12 Verbess. Verb. A1-A7 im Raum Frauenfeld 10 Vororientierung  
  Total Thurgau 1169    
         
    *Kosten geschätzt  
 

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