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Am umverkehR-Forum trafen sich VertreterInnen lokaler Verkehrsgruppierungen aus der ganzen Deutschschweiz. Die fünf Kurzreferate gaben spannende Inputs und viel Motivation um weiter zu kämpfen.

Thomas Stahel
«Als der Landammann fragte, wer gegen die Rückweisung der Vorlage sei, ging eine wuchtige Händer-Welle in die Höhe. Wumm und das Strassenprojekt war innerhalb von 30 Sekunden vom Tisch.» Mit Begeisterung schildert Martin Vosseler wie die Umfahrungstrasse E + E an der Glarner Landsgemeinde abgelehnt wurde. Nicht immer sind verkehrspolitische Abstimmungen für umverkehRte so erfolgreich. Doch das Forum für Austausch und Vernetzung, an welchem sich am 13. Mai verkehrspolitische Organisationen vom Thurgau über die Innerschweiz bis Basel getroffen haben, gibt Anlass für Optimismus.

Alternativen anbieten
In der ganzen Schweiz engagieren sich verschiedene Komitees gegen Strassenprojekte und haben an der Urne mehrfach Siege erlangt – neben der Variante 20 in Glarus auch die GegnerInnen der T14, Südumfahrung Kreuzlingen und Zollfreistrasse in Basel. Die Widersacher der «Zufahrt Emmental» bei Burgdorf wiederum versuchen alternative Verkehrsmitteln so zu fördern, dass gar keine neuen Strassen gebaut werden müssen. «Man muss den Leuten Angebot bringen – und zwar paketweise», so Martin Wälti, Projektleider der Mobilität Emmental. Deren Grundidee ist die Förderung einer ökologischen Mobilität, welche unterschiedliche Konzepte wie Hauslieferdienste, Carsharing und Mobilitätsmanagement in Unternehmen zusammenfügt. Wälti schätzt die Chancen, dass die «Zufahrt Emmental» gebaut wird, gerade noch auf 20 Prozent.

Nationale Lösungen?!
Das Referat von Stefan Paradowski von der Variante 20 in Glarus hat jedoch auch verdeutlicht, dass die Mitbestimmung lokaler Gruppierungen Grenzen hat. Mit dem Sachplan Verkehr, der zurzeit noch in Bearbeitung ist und demnächst in Bern zum Politikum wird, soll die Umfahrungsstrasse E + E entgegen dem Entscheid der Landsgemeinde mit Bundesgeldern gebaut werden. Die Variante 20 versucht dies mit einer Verfassungsänderung zu verhindern und fördert gleichzeitig – analog zur Mobilität Emmental – Lösungen ohne den MIV.
Im Schlussplenum wurde schliesslich diskutiert, wie wir uns besser vernetzen und auch national einer umweltfreundliche Verkehrspolitik zum Durchbruch helfen können. Die Intensivierung der Vernetzung mit der jährlichen Widerholung des Forums fand grossen Anklang und ist beschlossene Sache. Wie eine nationale Lösung der Verkehrsproblematik aussehen könnte, wird sich erst zeigen – die vielen Inspirationen gaben auf jeden Fall neuen Aufschwung.


Hier können Sie das  Programm mit allen Beiträgen anschauen.
 

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