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Bereits vor zwei Jahren zeigte eine Expertise im Auftrag von umverkehR das Ausmass der sich anbahnenden Strassenbauwelle im Umfang von 100 Milliarden Franken auf. Neue Studien bestätigen nun nicht nur diese Grössenordnung, sie zeigen auch detailliert auf einer Karte auf, wo gebaut werden soll.
Die Realisierung sämtlicher Strassenbauvorhaben der Schweiz (Zeitraum 20 Jahre) kostet zusammen rund 100 Milliarden Franken, nämlich
18 Mrd. für die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes,
22-23 Mrd. für die Beseitigung der Engpässe im Nationalstrassennetz bis ins Jahr 2020,
39-41 für das Kantonale Strassennetz
und schliesslich 13-22 für den Ausbau der Strassen regionaler und lokaler Bedeutung.
Diese Summe ist also notwendig, um die aktuelle Politik der Engpassbeseitigung, wie sie z.B. mit der Avanti-Initiative in der Verfassung zementiert werden soll, weiterzuführen. Wichtig dabei ist, dass damit das Strassennetz noch lange nicht fertig gebaut ist - nach diesen 20 Jahren muss in ähnlichem Stil weiter gemacht werden, um den Verkehrskollaps zu verhindern, denn mehr Strassen bringen Mehrverkehr . Knackpunkt Finanzen Bei dieser Aufstellung handelt es sich vorderhand lediglich um eine Wunschliste. Was von diesen Bauvorhaben tatsächlich gebaut wird, ist nicht zuletzt auch eine finanzielle Frage. Insbesondere die Kantone vernachlässigen infolge akuten Geldmangels den Strassenunterhalt oder verzögern den Vollzug des Lärmschutzes um Jahrzehnte, wie z.B. der Kanton Bern. Zahlreiche Bestrebungen für den Strassenbau mehr Geld zu erhalten, sind zur Zeit aber im Gange, wie z.B. Erhöhungen der kantonalen Motorfahrzeugsteuern, Investitionen von privater Seite, aber auch der Neue Finanzausgleich, durch den der Bund sämtliche Kosten für Bau und Betrieb des Nationalstrassennetzes übernimmt und damit die Kantone mehr finanziellen Spielraum erhalten. Neue Transitlawine im Aargau? Reihen sich mehrere Umfahrungen perlschnurartig aneinander, entsteht im Prinzip eine Schnellstrasse mit einem Minimum von Ortsdurchfahrten - die Route wird so attraktiv für zusätzlichen Verkehr. Dabei ist es völlig irrelevant, ob dies das ursprüngliche Ziel der Umfahrungsstrasse war oder nicht. Diese neuen, leistungsfähigen Achsen erfordern eine neue Betrachtungsweise in der Verkehrspolitik. Dabei sind auch die Wirkungen der LSVA zu berücksichtigen, die für die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene zwar wichtig ist, wie jedes Medikament aber auch unwillkommene Nebeneffekte hat, indem sie z.B. den Schwerverkehr dazu führt, möglichst den kürzesten Weg zu wählen. Einige Hauptstrassen in den Kantonen Aargau, Luzern und Züich können so plötzlich zu attraktiven Zufahrtsrouten zum Gotthard werden, der durch die zweite Strassenröhre noch attraktiver wird. Konkurrenzierung der Investitionen in Bahn und Bus Nicht nur die NEAT soll kurz nach ihrer Realisierung durch eine zweite Gotthardstrassenröhre konkurrenziert werden. Die Investitionen in die Strassen sollen v.a. in den Agglomerationen getätigt werden - dort, wo beim Fuss- und Veloverkehr, bei Bahn, Tram und Bus noch grosse Potenziale für eine Verkehrsverlagerung vorhanden sind. Paradebeispiel dafür ist der Kanton Zürich, wo die Strassenbaueuphorie pharaonische Ausmasse annimmt.
Weitere Informationen zum Strassenbau auf dem Internet:
- Bundesamt für Statistik: www.statistik.admin.ch
- Bundesamt für Strassenbau: www.astra.admin.ch
- Litra: www.litra.ch
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