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Luzern, 3.8.2009. Die Regionalgruppe Luzern der verkehrspolitischen Umweltorganisation umverkehR begrüsst die Ziele des Richtplanes, die Siedlungsentwicklung nach Innen zu fördern und den öffentlichen Verkehr in der Agglomeration Luzern zu bevorzugen. Allerdings bestehen im Entwurf noch zahlreiche Widersprüche, die das Erreichen der gestellten Ziele in Frage stellen. umverkehR fordert deshalb in einer Stellungsnahme zum Richtplanentwurf, sämtliche Massnahmen zu streichen, die die weitere Zersiedelung begünstigen.
Die Grundausrichtung des Richtplanentwurfs ist für die Umweltorganisation umverkehR erfreulich. Die Vernehmlassungsantwort richtet sich auf die starken Widersprüche. Klar zurück gewiesen werden durch umverkehR alle Massnahmen, die die Zersiedelung fördern statt verhindern. «Wir sind irritiert, dass sich Luzern im Bereich Wohnen noch stärker hin zum Metropolitanraum Zürich orientieren soll», sagt Karin Hess von der umverkehR-Regionalgruppe Luzern. «Neben erhöhten Lebenskosten und einer Entwicklung hin zu blossen Schlafgemeinden im Kanton Luzern wird so die Zersiedelung und das damit verbundene Verkehrswachstum weiter angekurbelt, was in keiner Weise mit den Zielen des Richtplanentwurfes vereinbar ist.»
Auch der Ausbau des Strassennetzes mittels dem Bypass sowie der Nord- und Südspange steht im Widerspruch zu den Zielen des Richtplanentwurfs. Da die Realisierung von neuen Strassenprojekten den motorisierten Individualverkehr (MIV) attraktiver macht, widerspricht dies dem Grundsatz, dass innerhalb der Agglomeration der öffentliche Verkehr Priorität geniessen und dessen Verkehrsanteil erhöht werden soll.
Um das Ziel, die Verkehrsanteile der umweltfreundlichen Verkehrsträger wie ÖV, Fuss- und Veloverkehr in der Agglomeration Luzern weiter zu steigern, schlägt umverkehR die Einführung eines quantitativen Ziels vor. So sollen die umweltfreundlichen Verkehrsträger um 10 Prozentpunkte zu Lasten des MIV erhöht werden. Dieses Ziel entspricht der Städte-Initiative, die im letzten Oktober in Luzern mit über 1300 Unterschriften eingereicht worden ist.
umverkehR Luzern vermisst im neuen Richtplan auch neue Ideen zur Verbesserung des ÖV. «So könnte der geplante Tiefbahnhof könnte mit der tiefer gelegten Zentralbahn verknüpft und diese mit einem dritten Gleis versehen werden Dies ermöglicht es, durchgehende Züge zwischen der nördlichen und südlichen Agglomeration Luzern anzubieten, was die Autobahn A2 stark entlasten könnte. Weiter wäre auch die Option einer Stadtbahn endlich ernsthaft zu prüfen. Längerfristig reichen die Kapazitäten der Trolleybusse nicht aus und grosse Bereiche der Stadt Luzern sowie der angrenzenden Agglomerationsgemeinden werden durch die S-Bahn nur punktuell bedient.
Download der Vernehmlassungsantwort als PDF.
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