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Zürich/St. Gallen, 28.10.2009. Gestern wurde im St. Galler Stadtparlament ein Postulat eingereicht, welches den Stadtrat auffordert die Einführung eines Veloverleihsystems abzuklären. Damit gibt es unterdessen in den meisten grösseren Schweizer Städten Bestrebungen ein solches System einzuführen. Doch es gibt Anzeichen, dass die Systeme nicht kompatibel sind. Mit einem offenen Brief fordert umverkehR die Regierungen von Basel, Bern, Biel, Genf, Lausanne, Luzern, St. Gallen, und Zürich auf, sich frühzeitig abzusprechen und ein kompatibles System zu nutzen.
In verschiedenen europäischen Städten von Barcelona bis Kopenhagen wurden in den letzten Jahren Veloverleihsysteme, auch Velo-Mobility oder Bike-Sharing genannt, eingeführt, welche dem Veloverkehr neuen Schwung gaben. Der Verleih läuft über automatisierte Fahrradstationen, die engmaschig verteilt sind. Unterdessen ist Velo-Mobility auch in zahlreichen Schweizer Städten ein Thema. Gestern wurde beispielsweise in St. Gallen ein Postulat eingereicht, das den Stadtrat auffordert abzuklären, wie sich ein solches System in St. Gallen umsetzen lässt.
Die verkehrspolitische Umweltorganisation umverkehR begrüsst solche Systeme als eine gute Ergänzung zu einer zeitgemässen Veloförderung. Doch es gibt Befürchtungen, dass die verschiedenen Städte unterschiedliche Systeme benutzen. So setzt man in Lausanne zum Beispiel auf das italienische System «Bicincittà», bei dem mit einer Chipkarte oder der Mobility-Karte bezahlt werden kann; im Grossraum Luzern dagegen kommt in einem Pilotversuch das Angebot von Nextbike zum Einsatz. «Es wäre kontraproduktiv, wenn sich die BenutzerInnen von Velo-Mobility für jede Stadt anmelden müssen und das Veloverleihsystem in Luzern und Zürich nicht mit der gleichen Karte nutzen könnten», sagt Thomas Stahel, Geschäftsleiter von umverkehR. In der kleinräumigen Schweiz sind viele Menschen in mehreren Städten unterwegs. «Es wäre deshalb wichtig, dass die Zahlungssysteme in den verschiedenen Städten vereinheitlicht werden», so Stahel. umverkehR begrüsst eine nationale Anlaufstelle, wie sie Pro Velo Schweiz und die Velokonferenz vorschlagen. Da einzelne Städte schon in der Planung sind, braucht es so schnell wie möglich eine Koordination zwischen den verschiedenen Städten. Es kommt die verschiedenen Städte bedeutend billiger, wenn von Beginn weg auf ein einheitliches System gesetzt wird und die Kräfte gebündelt werden. «Es muss ja nicht jede Stadt das Rad neu erfinden. Die BenutzerInnen von Veloverleihsystemen sollten sich in der ganzen Schweiz ohne Probleme anmelden können, und das System muss benutzerfreundlich sein», fordert Stahel.
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