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Jan. 2003. Die vorliegende Zusammenstellung soll einen Überblick darüber geben, was alles realisiert werden muss, will man die aktuelle Strassenverkehrspolitik der Engpassbeseitung weiterführen, wie sie die Avanti-Initiative fordert und wie sie auch Bestandteil des Gegenvorschlages ist.
Welche Strassenbauprojekte wurden in die Übersicht (siehe Karte) aufgenommen?
In der vorliegenden Karte wurden im Prinzip sämtliche Strassenbauprojekte auf nationaler, kantonaler und regionaler Ebene zusammen gestellt, die die Kapazität des Strassennetzes erhöhen:
- Spurerweiterungen und Neubaustrecken (z.B. Umfahrungen): Umfahrungsstrassen haben selbst bei flankierenden Massnahmen auf dem entlasteten Teilstück kapazitätserweiternde Wirkung, wie folgende Überlegung zeigt: Steht beim Zeitpunkt 0 eine Ortsdurchfahrt mit einer Kapazität von z.B. 20'000 Fahrzeugen zur Verfügung und wird diese durch flankierende Massnahmen auf 10'000 Fahrzeuge reduziert, kommt neu aber eine Umfahrungsstrasse mit einer hohen Kapazität von 25'000 Fahrzeugen täglich hinzu, womit sich die Kapazität auf dem massgebenden Querschnitten beinahe verdoppelt. (Mehr dazu finden Sie in den Artikeln Mehr Strassen bringen Mehrverkehr und Umfahrungsstrassen.)
- Niveauübergangssanierungen: Aus der Beseitigung von Niveauübergängen resultiert neben einer Erhöhung der Verkehrssicherheit auch ein Wegfall von Wartezeiten vor geschlossenen Barrieren. Daher werden auch neue Bahnunterführungen in die Übersicht aufgenommen, soweit sie in den kantonalen Richtplänen enthalten sind.
- Autobahnanschlüsse: Sie führen zu einer Attraktivitätssteigerung, indem sie eine Routenwahl (Hauptstrasse oder Autobahn) ermöglichen.
- Verbesserungen und Ausbauten am bestehenden Strassennetz wie z.B. breitere Spuren, Kurvenbegradigungen oder Sanierung von Knoten.
- Unterhalt: Da es nicht nur genügt, neue Strassen zu bauen, sondern da diese auch unterhalten werden müssen, wird in der Übersicht auch der betriebliche Unterhalt der neuen Strassenabschnitte (und nur diese!) berücksichtigt.
Nicht in der Übersicht enthalten sind in der Regel Massnahmen zur Trennung der Verkehrsträger (z.B. neue Bahntrassees ausserhalb des Strassenkörpers) oder Velowege, Flankierende Massnahmen die die Wirkung von Umfahrungsstrassen sicher stellen sollen, Parkplätze und -häuser, soweit sie nicht in den kantonalen Richtplänen enthalten sind, und Kosten für Telematik u.ä.
Auf nationaler Ebene stützt sich die Zusammenstellung auf die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes und die Beseitigung der in 20 Jahren zu erwartenden Engpässe auf den Autobahnen, wie sie als Grundlage für den bundesrätlichen Gegenvorschlag dient. Auf kantonaler Ebene wurden die in den Richtplänen verankerten Projekte zusammen gestellt. Zwar ist mit der Aufnahme eines Projektes in den Richtplan noch nicht entschieden, ob dieses auch tatsächlich realisiert wird, die Richtpläne bieten aber eine gute Übersicht, worüber nachgedacht wird und was alles als möglich und wünschbar erscheint. Will man die Politik der Engpassbeseitigung konsequent weiterführen, müssten schlussendlich alle diese Projekte realisiert werden. Eine Übersicht der Strassenbauprojekte auf regionaler bzw. Gemeindeebene zusammen zu stellen ist angesichts der über 2800 Gemeinden in der Schweiz praktisch unmöglich. Deshalb werden zu diesem Zweck anhand der regionalen Richtpläne der Kantone Zürich, Luzern und Nidwalden Hochrechnungen vorgenommen. Die Kosten für Ausbauten und Verbesserungen am bestehenden Strassennetz wurden schliesslich dem Bundesamt für Statistik (Strassenrechnung) entnommen. Da hier auch kapazitätsreduzierende Massnahmen integriert sind, wurde allerdings nur die Hälfte der Gesamtsumme einberechnet. Bestandteil der Übersicht sind neben den offiziellen Projekten auch Strassenbauvorhaben, die mit Hilfe eines politischen Vorstosses durchgedrückt werden sollen. Dabei zeichnen sich insbesondere SVP-Politiker aus, wie z.B. bei den Forderungen nach einer dritten Tunnelröhre bei Wollerau SZ oder einer Tunnelverbindung zwischen dem Aargauer Reusstal und dem Zürcher Limmattal. Welche Projekte bildet die Karte ab? Die vorliegende Karte bildet lediglich die wichtigsten Strassenbauprojekte ab, ist also unvollständig. Die Projekte sind hierarchisch nach beabsichtigtem Bautermin geordnet (violett = im Bau; rot = bis im Jahr 2008 im Bau bzw. fertiggestellt; orange = langfristig geplant bzw. Option oder politischer Vorstoss). Die Bautermine sind jeweils mit Vorsicht zu geniessen, da infolge Sparmassnahmen bei Bund, Kantonen und Gemeinden die Zeitpunkt ändern können. Einige Projekte wie die E&E-Strasse Glarus oder die Traversé de la Rade in Genf (Untertunnelung bzw. Überbrückung des unteren Seebeckens) scheinen antiquiert zu sein, da sie in einer Volksabstimmung zurückgewiesen wurden. Andererseits ist es typisch für die Verkehrspolitik, dass schubladisierte Projekte immer wieder hervorgeholt werden. Dies gilt gerade eben für die Traversé de la Rade, die zur Zeit wieder aktuell wird (etwa im Zusammenhang mit Annahme der Initiative«pour le libre choix du mode de transport» ). Als weiteres solches Beispiel ist die Umfahrung Olten zu erwähnen, die mehrmals zur Abstimmung gelangte bis, sie schliesslich angenommen wurde. Wie wurden die Kosten berechnet? Die Kosten sind teuerungsbereinigt angegeben. Wo keine Projektstudien zur Verfügung standen wurden die Kosten geschätzt. Dabei wurden die Durchschnittskosten der aktuellen Projekte als Parameter angenommen, z.B. 20'000 Fr. pro Meter Hauptstrasse (offene Linienfürung) bzw. 80'000 Fr. pro Meter Hauptstrasse (Tunnel). Für Hochleistungsstrassen liegen die Parameter entsprechend höher. Da sich die Kosten je nach Variante um Faktoren unterscheiden können, wurde bei Projekten ohne festgelegte Linienführung ein Trassee mit einem möglichst geringen Tunnelanteil angenommen, um die Abschätzung möglichst konservativ zu halten. |