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Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «umverkehRt & abgefahren» diskutierten am 26. April in Basel die Kunstschaffende Ursula Pfister und der Verkehrsplaner Hermann Knoflacher vor vollen Rängen. Ein durchwegs gelungener Anlass.

 

«Was ist falsch an diesem Bild?», fragte Hermann Knoflacher das Publikum. Auf dem Foto sehen wir Knoflacher mit einem Gehzeug – einem von einer Person getragenen Holzgestell in der Grösse eines Autos – in einer Autokolonne. «Nein, es ist nicht der Verrückte mit dem Gestell», so Knoflacher. Absurd sei, dass sich praktisch niemand darüber aufrege, dass Menschen in ihren Autos so asozial viel Platz brauchten.

Die zweite Veranstaltung der Reihe «umverkehRt & abgefahren – Gespräche über einen zukunftsfähigen Verkehr» mit der Kunstschaffenden Ursula Pfister und dem Wiener Verkehrsplaner Hermann Knoflacher bot spannende Anregungen und viel Humor in einer sympathischen Atmosphäre. Die Veranstaltung war mit beinahe 150 Personen sehr gut besucht.

 

Der Verkehr wird «gewachst»

Zum Einstieg zeigten die zwei Gäste eine kurze Präsentation mit Fotos. Die freischaffende Künstlerin Ursula Pfister schilderte, wie sie zufällig auf den 17 Meter hohen Kegel im Baselbiet stiess, der aus dem Aushub für ein Strassenprojekt entstanden war. Sie kam schliesslich auf die Idee, auf dem Kegel eine Installation mit 30'000 Spielzeugautos zu machen, die alle nach oben auf die Verengung zufahren. «Ich wollte mit dem Projekt Diskussionen auslösen», erklärte Pfister ihre Motivation. Die Reaktionen waren entsprechend vielfältig. «Das sind alles Autos, die irgendwie zum Himmel hinauffahren, wo sie hingehören», so laut Pfister der Kommentar einer Besucherin.

Hermann Knoflacher räumte seinerseits mit alten Zöpfen auf. «Der Verkehr wächst nicht, er wird ‹gewachst›.» Das Auto habe sich in unserem Gehirn eingenistet und bestimme die Planung. Es sind die Strukturen, die unser Verhalten bestimmen. Laut Knoflacher müssen wir in erster Linie die Strukturen ändern. «Es ist doch absurd, dass man heute beim Bau eines Hauses einen Parkplatz zur Verfügung stellen muss.» Konkret schlägt er vor, Fahrbahnen zu reduzieren, Läden in die Nähe der Wohnorte anstatt auf die grüne Wiese und Parkplätze mindestens gleich weit entfernt wie eine ÖV-Haltestelle zu bauen. Pfister möchte ausserdem verbieten, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die Schule fahren.

 

Alpträume von der Autolawine

Nach den beiden Präsentationen entwickelte sich eine angeregte Diskussion. Während der charismatische Knoflacher mit bissiger Mobilitätskritik brillierte, brachte Ursula Pfister viel Menschlichkeit in die Diskussion und schilderte ihre Arbeit sehr persönlich: «Ich habe mehrfach davon geträumt, dass ich all diese Autos nicht mehr loswerde.». Auch aus dem Publikum kamen verschiedene interessante Meldungen. Zwei ZuhörerInnen forderten, dass die «Allmend», der öffentliche Grund und Boden, gleichmässig unter den verschiedenen Verkehrsmitteln aufgeteilt wird. Auf die Frage, was es für einen Strukturwandel braucht, antwortete Knoflacher zum Schluss: «Sie brauchen eine Verwaltung, die diese Politik unterstützt, und mutige, ehrliche PolitikerInnen.» Es ist eigentlich ganz einfach.

 

 

Fotos der Veranstaltung in der Bildergalerie

 

 

 

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