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28.10.2004. Eine von umverkehR in Auftrag gegebene Studie bringt es an den Tag: Die Diskussion um den neuen Agglofonds greift zu kurz. Die Realisierung der notwendigen Bahnprojekte benötigt in den nächsten 20 Jahren zusätzliche Investitionen in der Grössenordnung von mindestens einem Drittel der Treibstoffzollgelder, jährlich 1,25 Mia. Franken.
umverkehR wollte es genau wissen und gab dem Planungsbüro Metron den Auftrag, alle Bahnprojekte aufzulisten, deren Finanzierung zurzeit ungesichert ist. Berücksichtigt werden sollten Projekte mit nationaler Bedeutung wie auch Agglomerationsprojekte, die für einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr in den nächsten 20 Jahren unverzichtbar sind. Verkehrswachstum mit Bahn und Bus auffangen Bahn und Bus sind die einzigen Möglichkeiten, das Verkehrswachstum auf den überlasteten Strecken aufzufangen, da der Strassenbau schon lange nicht mehr mit der Verkehrszunahme Schritt halten kann. Aus dieser Überlegung heraus wählte die Studie das Ziel, dass innerhalb der grossen Agglomerationen und auf den gut ausgelasteten Korridoren das Verkehrswachstum weitgehend durch den öffentlichen Verkehr aufzufangen sei. Ein Ziel, wie es beispielsweise auch der Entwurf zum Sachplan Strasse enthält. Konkret heisst dies im Kernbereich aller S-Bahnen ein Viertelstundentakt anzubieten und das Zugsangebot der gut ausgelasteten Intercity-Verbindungen wie z.B. Zürich-Bern zu verdichten. Keine Luxusprojekte Die in der Studie berücksichtigten Projekte schaffen dort Abhilfe, wo die Kapazitäten auf Schiene und Strasse bereits jetzt oder in absehbarer Zeit erschöpft sind. Konkret wurden Projekte wie etwa der neue Tiefbahnhof in Zürich oder die Verbindung Genf-Annemasse, aber auch ein S-Bahn-Tunnel in der Basler Innenstadt in die Projektliste aufgenommen. Projekte, deren Finanzierung als gesichert betrachtet werden konnte, wurden aus der Studie ausgeklammert. Dies gilt für Aggloprojekte wie etwa die Metro in Lausanne oder die Stadtbahn im Glatttal bei Zürich. Auch die NEAT inklusive ihrer Zufahrten (z.B. Zimmerbergtunnel) wurde nicht berücksichtigt, ebenso wie die Anschlüsse ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz (z.B. Doppelspur Eglisau-Schaffhausen), deren Finanzierung diese Woche von der nationalrätlichen Verkehrskommission beschlossen wurde. Ein Drittel der Treibstoffzölle notwendig Die zurzeit finanziell nicht gesicherten Infrastrukturprojekte im öffentlichen Verkehr umfassen für die nächsten 20 Jahre einen Betrag von 17.6 Mia. Franken. Um nicht denselben Fehler zu begehen, wie bei der NEAT, müssen auch die Unterhalts- und Betriebskosten berücksichtigt werden. Gemäss einer groben Abschätzung macht dies nochmals 7.4 Mia. Franken aus. Vom Gesamtbetrag wären für Projekte im öffentlichen Agglomerationsverkehr 9 Mia. Fr. notwendig (ohne Unterhalt und Betrieb). Dabei wird offensichtlich, dass die im Rahmen eines Agglofonds oder Dopo-Avanti bewilligten Gelder bei weitem nicht ausreichen werden. Alles in allem sind insgesamt 25 Mia. oder jährlich 1.25 Mia. Franken an zusätzlich notwendigen Investitionen im öffentlichen Verkehr notwendig. Dies entspricht gut einem Drittel der in der«Spezialfinanzierung Strassenverkehr» verfügbaren Mittel – der zweckgebundenen, für den Autobahnbau vorgesehenen Treibstoffzöllen.
Die Metron-Studie kann bei umverkehR bestellt werden:
Tel. 044 242 72 76 oder
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