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Jan. 2003. Dass neue Strassen Mehrverkehr bringen, ist eine an sich logische Tatsache, denn mit neuen Strassen entsteht auch ein besseres Angebot, was die Nachfrage erhöht. Ein Prinzip, das nicht zuletzt auch in der Marktwirtschaft angewendet wird.
Im Folgenden sind die Auswirkungen der Eröffnung von Nationalstrassenteilstücken zwischen 1995 und 2000 auf die Verkehrsmengen skizziert. Zieht man dabei das«normale» Verkehrswachstum ab, kann davon ausgegangen werden, dass neue Strasssenabschnitte innerhalb von wenigen Jahren ein Verkehrswachstum von 15-20% bewirken. A4 Weinland Auf der A4 im Zürcher Weinland hat der Verkehr in den Kantonen Zürich und Schaffhausen seit der Eröffnung des letzten Teilstückes Andelfingen-Henggart markant zugenommen. Dies gilt nicht nur für den Personen-, sondern auch für den Lastwagenverkehr. So nahm auf der Weinlandbrücke die Zahl der Motorfahrzeuge zwischen 1995 und 2000 um 27%, die Zahl der Lastwagen sogar um 43% zu. Ebenfalls hohe Werte ergibt die Zählstelle in Thayngen an der Grenze zu Deutschland mit einem Mehr von 35% Motorfahrzeugen bzw. 43% Lastwagen. A3 Bözberg Aussagen über die Folgen der Eröffnung des letzten Autobahnteilstückes Frick-Birrfeld der A3 zwischen Basel und Zürich zu machen, ist wegen der Wechselwirkungen zur A1 und A2 schwierig. Fest steht jedenfalls, dass der Verkehr auf der Hauptstrasse bei Effingen zwar von 12'500 auf 3'400 Motorfahrzeuge zurückging, gleichzeitig auf der Autobahn bei Frick aber das Verkehrsaufkommen von 13'200 auf 29'200 Fahrzeuge zunahm. Insgesamt lüsst sich im Fricktal also eine Verkehrszunahme von rund einem Viertel feststellen. Wie weit dagegen die A1 zwischen Härkingen und Birrfeld entlastet wurde, kann nicht genau eruiert werden. Die Zählstelle bei Hunzenschwil verzeichnete zwischen 1995 und 2000 jedenfalls eine Zunahme um 5%. Tatsache ist aber, das die täglichen Staus am Bareggtunnel erst seit der Eröffnung des besagten Teilstückes der A3 ein Problem darstellen. Hier haben die Frequenzen um 17% zugenommen. Umfahrung Locarno In Minusio nahm der Verkehr als Folge des Umfahrungstunnels um 42% von 32'200 auf eine allerdings immer noch hohe Belastung von 18'700 Fahrzeugen täglich ab. Dabei weist der Umfahrungstunnel bereits eine Frequenz von täglich 19'200 Motorfahrzeugen auf. Bei der Realisierung des geplanten, neuen Verbindungsstückes durch die Magadino-Ebene zur Autobahn A13 bei Bellinzona kann davon ausgegangen werden, dass die neue Umfahrung mittelfristig bis an die Kapazitätsgrenze belastet wird. A9 Umfahrung Sierre Die A9 zwischen Sierre und Sion wurde im November 1999 eröffnet. Von 1995 bis 2000 nahm der Verkehr in Sion Est um 22% zu. Da der Schwerverkehr im gleichen Zeitraum lediglich um 5% zunahm, ist der Hauptanteil beim Personenverkehr zu suchen und hier darf wiederum vermutet werden, dass es sich insbesondere um Lokal- und Regionalverkehr handelt. H18 im Laufental Auswirkungen hatte auch die Eröffnung der Umfahrung Grellingen im Jahre 1997. In Zwingen ist eine Zunahme der Motorfahrzeuge um 22%, bei den Lastwagen sogar um 27% festzustellen. Auch in Soyhières in der Nähe von Delémont beträgt die Verkehrszunahme insgesamt 23%. H20 Vue-des-Alpes Besonders stark ist auch die Verkehrszunahme zwischen Neuchâtel und La Chaux-de-Fonds nach der Eröffnung des Tunnels unter dem Vue-des-Alpes (48% bei allen Motorfahrzeugen bzw. 24% Lastwagen). Da es sich hier um die Untertunnelung einer 1283 m hohen Passstrasse handelt, ist der Effekt durch den Zeitgewinn besonders gross. Einen Einfluss hat wohl auch das schlechte Bahnangebot. Mit dem Zug ist mit 36 Min., bedingt u.a. durch eine Spitzkehre, der Zeitbedarf beinahe doppelt so gross. |