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ÖV-Test 2006 - Wie und was wurde bewertet? PDF Drucken E-Mail
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Warum überhaupt dieser Vergleich?
Umfragen zur Zufriedenheit im öffentlichen Verkehr werden immer wieder gemacht. Der Haken dabei ist, dass sich diese an jenes Publikum wenden, die ohnehin zufrieden sind bzw. keine Alternative haben (Jugendliche und Senioren). umverkehR stellt hingegen die Frage, wie weit der öffentliche Verkehr auch den Anforderungen und Wünschen von Leuten gerecht wird, die den öffentlichen Verkehr nur gelegentlich benutzen oder die Verhältnisse vor Ort nicht kennen.

Was wurde getestet?
Untersucht wurden die Tram- und Bus-Angebote von 45 Städten, Agglomerationen und Agglomerationsgemeinden in der Schweiz. Sofern ein integraler Tarifverbund besteht, wurden auch S-Bahn-Angebote innerhalb des definierten Untersuchungsgebietes einbezogen.

Welche Kriterien kamen zur Anwendung?
Drei Hauptkriterien wurden in insgesamt 10 Teilkriterien unterteilt: Geschwindigkeit (Bedienungshäufigkeit, Fahrgeschwindigkeit, Distanz zur nächsten Haltestellte), Kosten (Einzelbillette für Gelegenheitsfahrten, Monatsabonnemente für Pendler), Qualität (Alter Fahrzeugpark, Sitzplatzangebot, Qualität Umsteigehaltestelle, Informationsangebot, Benutzerfreundlichkeit).

Warum wurden Pünktlichkeit und Sauberkeit nicht bewertet?
Pünktlichkeit und Sauberkeit sind wichtige Kriterien für ein attraktives Angebot im öffentlichen Verkehr. Sie können aber objektiv kaum bewerten werden und erfordern in der Erhebung einen unverhältnismässig grossen Aufwand.

Können beispielsweise Burgdorf und Zürich überhaupt verglichen werden?
Natürlich führen die grössere Einwohnerzahl von Zürich und die hohe Zupendlerrate zu einer erhöhten Nachfrage nach Bahn und Bus und daher auch zu einem besseren Angebot. Andererseits sind die Bedürfnisse der Fahrgäste ungeachtet des Nachfragepotenzials überall gleich. Um den oben beschriebenen Verhältnissen aber dennoch gerecht zu werden, wurden die Perimeter in fünf Klassen eingeteilt:
  1. Grosse Städte/Agglomerationen (>80'000 Einwohner)
  2. Mittelgrosse Städte/Agglomerationen (35'000-80'000 Einwohner) mit hoher Siedlungsdichte
  3. Mittelgrosse Städte/Agglomerationen (35'000-80'000 Einwohner) mit geringer Siedlungsdichte
  4. Kleine Städte/Agglomerationen (<35'000 Einwohner) mit hoher Siedlungsdichte
  5. Kleine Städte/Agglomerationen (<35'000 Einwohner) mit geringer Siedlungsdichte 

Wie wurde die Bewertungsskala festgelegt?
Das Angebot wurde soweit möglich mit demjenigen des Individualverkehrs verglichen:
  • Note 6 heisst, dass das Angebot so gut wie das eigene Auto ist.
  • Note 1 heisst, dass das Angebot so schlecht ist, dass eine Alternative gewählt werden muss (beispielsweise das zu-Fuss-gehen oder der Kauf eines eigenen Autos).
In der Praxis werden die Extremwerte natürlich kaum erreicht. Um trotzdem einen Eindruck zu bekommen wurden die Noten zusätzlich umschrieben (Endnote 4.75=sehr gut, Endnote 3.25=sehr schlecht.

Was sagen die Endnoten aus?
Ein Angebot mit den Endnoten «sehr gut» und „gut» deckt die wichtigsten Mobilitätsbedürfnisse ohne wesentliche Einschränkungen ab. In diesen Regionen kann man weitgehend auf ein eigenes Auto verzichten. Die Endnoten «genügend» oder «knapp genügend» heissen, dass man zwar nicht zu Hause bleiben muss. Wenn man aber kein eigenes Auto hat, ist dies mit wesentlichen Einschränkungen verbunden. «Ungenügend» oder «schlecht“ heisst, dass das Angebot auch für diejenigen unbefriedigend ist, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind.

Wie entsteht die Endnote?
Die drei Hauptkriterien wurden unterschiedlich gewichtet (4=Geschwindigkeit, 2=Qualität, 1=Kosten), wobei innerhalb des Hauptkriteriums «Geschwindigkeit» die Bedienungshäufigkeit nochmals doppelt gewichtet wurde, denn häufig fahrende Busse sind sicherlich das wichtigste Kriterium für ein gutes Angebot im öffentlichen Verkehr.

Wer ist verantwortlich für das Angebot?
Die Transportunternehmung stellt das Rollmaterial zur Verfügung und ist verantwortlich für den Informationsfluss. Die politischen Behörden (Kantone und Gemeinden) bestellen und finanzieren das Angebot. Sie sind ausserdem verantwortlich für die Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs im Vergleich zu andern Verkehrsmitteln. Die Gemeinden beteiligen sich ausserdem bei der Gestaltung der zentralen Umsteigeanlagen und der Integration von Haltestellen ins Siedlungsumfeld.

Wer führte den Test durch?
Der Test wurde von insgesamt sieben Frauen und Männern aus dem Umfeld von umverkehR durchgeführt. Es handelte sich jeweils um erfahrene Benutzer und Benutzerinnen von Bahn und Bus. Dabei wurde aber darauf geachtet, dass der Test jeweils durch ortsfremde Personen durchgeführt wurde, die mit den örtlichen Verhältnisse nicht vertraut sind. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden in einem Seminar eingeführt, ein praktischer Test und die stichprobenweise Kontrolle gewährleisten, dass ein einheitliches Schema zur Anwendung kam.
 

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