Bern, 8.2.2005. Heute jährt sich der Abstimmungstag, an dem die Schweizer Stimmbevölkerung der überladenen Avanti-Vorlage eine wuchtige Abfuhr erteilte. umverkehR lancierte mit einer farbigen Strassenaktion die neue Kampagne ÖV anschieben und fordert einen Drittel der bis anhin für den Strassenbau zweckgebundenen Treibstoffzölle für Bahn und Bus.
Die PassantInnen staunten, als sie in der Berner Innenstadt einen «SBB-Zug» vorüberrollen sahen – angeschoben durch umverkehR-AktivistInnen. Diese schenkten Most aus einem Benzinkanister aus und sammelten Geld für die Bundeskasse – als Startkapital für den dringend notwendigen Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Ein Drittel der Treibstoffzölle für Bahn und Bus Bahn 2000 ist dazu zwar ein erster, wichtiger Schritt, die teilweise übervollen Züge und der wachsende Verkehr zeigen aber, dass Bahn und Bus konsequent weiter ausgebaut werden müssen. Eine von umverkehR bei der Metron in Auftrag gegebene Studie zeigt auf, dass in den nächsten 20 Jahren 25 Milliarden Franken für unverzichtbare Projekte im öffentlichen Verkehr notwendig sind. Das Geld dafür ist eigentlich vorhanden. Der von der Metron errechnete Betrag – 1.2 Mrd. Franken jährlich – entspricht einem Drittel der bislang für den Strassenbau zweckgebundenen Treibstoffzölle. umverkehR fordert, dass dieser Betrag künftig für die Förderung des öffentlichen Verkehrs verwendet wird. Da das Nationalstrassennetz in absehbarer Zeit fertig gestellt ist, wird die Summe frei. Unterhalt und Betrieb der Autobahnen wären weiterhin gewährleistet. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Strassenbau vermag mit dem Verkehrswachstum nicht mehr Schritt zu halten – weder in Bezug auf die Kosten noch auf die abgewickelte Verkehrsmenge. Nur mit effizienten S-Bahnen und einem attraktiven, öffentlichen Nahverkehr können die in den Ballungsräumen anfallenden Verkehrsströme aufgefangen werden. Sparschwein für Bundesrat Leuenberger «Der Bundesrat soll das Notwendige veranlassen, damit diese Summe künftig Bahn und Bus zur Verfügung stehen» forderte Christian Harb, Präsident von umverkehR. Er überreichte vor dem Bundeshaus das gesammelte Geld in einem grossen Sparschwein an Herrn Schrade, Vertreter von Bundesrat Leuenberger. Ein Anfang hat die Sammelaktion gemacht! Ein Jahr nach der Ablehnung der Avanti-Vorlage ist immer noch offen, wie die Weichen in der Verkehrspolitik gestellt werden. Die Vox-Analyse zum Abstimmungstag zeigte eindeutig, dass sich die Stimmbevölkerung in der Verkehrspolitik Prioritäten beim öffentlichen Verkehr wünscht. Zwei Drittel der Stimmberechtigten sind ausserdem der Ansicht, dass neue Strassen nur mehr Verkehr, aber keine Lösungen bringen. Der Ball liegt bei Bundesrat und Parlament.
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