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Überlanger Strassenbau-Wunschzettel PDF Drucken E-Mail
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Zürich, 19.12.2003. Heute Freitag besuchten Christkindli Zürich und verteilten Wunschzettel. Die gefesselten Hände der Christkinder liessen keine Zweifel offen: Die wichtigsten Wünsche der Kinder und der Erwachsenen können nicht mehr erfüllt werden! Künftig wird alles Geld in den Strassenbau fliessen. Mit dieser Aktion warben die Weihnachtsbotschafter für ein Nein zur Avanti-Vorlage.

 

Die Strassenbau-Wunschliste im Kanton Zürich ist überlang. Der Üetlibergtunnel ist zur Zeit im Bau, geplant sind u.a. der Ausbau der Nordumfahrung, der Bau der äusseren Nordumfahrung, der Bypass Flughafen oder etwa die Oberlandautobahn. Diese Wunschliste wird garniert mit rund 60 weiteren Kantonsstrassenprojekten. Die Wunschliste zu erfüllen würde 18 Mrd. Franken kosten – dies alleine für die Projekte im Kanton Zürich.

S-Bahn effizienter als Strasse
In ÖV-Projekte sollen hingegen lediglich 6 Mia. Franken investiert werden, was die klar strassenbaulastige Dominanz der Verkehrspolitik aufzeigt. Gerade in den Agglomerationen stellen Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr sehr gute Alternativen zum motorisierten Individualverkehr dar. Sie sind nicht nur kostengünstiger und umweltfreundlicher, sondern auch wesentlich effizienter. Diese Verkehrsmittel müssen gefördert werden!
Ein einziger S-Bahn-Zug bestehend aus drei Doppelstockkompositionen bietet Sitzplätze für 1200 Personen. Übertragen auf den Autoverkehr ergäbe dies in der Spitzenzeit eine Kolonne von 1200 Autos bzw. einen Stau von 7.5 km Länge. Eine Strecke länger als vom Zürcher Bellevue bis Küsnacht bzw. quer durch Winterthur.

Avanti: Die S-Bahn bleibt auf der Strecke
Die Zürcher S-Bahnen sind übervoll und lassen in der Zuverlässigkeit zu wünschen übrig. Kein Zweifel, dass das S-Bahnnetz ausgebaut werden muss. Gerade die S-Bahnen sind jedoch von den für den Agglomerationsverkehr in Aussicht gestellten finanziellen Mitteln ausgeschlossen. Denn die Avanti-Vorlage beschränkt die Gelder auf Projekte, die nicht durch Bundesmittel mitfinanziert werden können. S-Bahnen sind aber im Leistungsauftrag der SBB enthalten. Pikant ist zudem, dass der Bund und der Kanton Zürich gerade beim zukunftsfähigen öffentlichen Verkehr die Sparschraube ansetzen.
Nicht nur die Christkinder – sondern das ganze Komitee Avanti-Nein.ZH – sagen Nein zu diesen verkehrten Riesenwünschen und Nein zur Avanti-Vorlage. Damit uns nicht für 20 Jahre die Hände gebunden sind.


ZUSATZINFORMATIONEN:

ÜBERLAGNGE STRASSENBAU-WUNSCHLITE IN ZÜRICH

Rund 18 Mrd. Franken würde die Verwirklichung aller langfristigen Strassenbaupläne im Kanton Zürich kosten. Dies ist das Fazit eines Auszuges aus einer umverkehR-Studie, die im Dezember 2002 erstmals eine Gesamtübersicht der Strassenbaupläne von Bund, Kantonen und Gemeinden gab .
Im Kanton Zürich ist zur Zeit die Westumfahrung mit dem Üetlibergtunnel und der anschliessenden Autobahn A4 im Knonauer Amt im Bau. Dieses Paket zusammen kostet nach heutigem Preisstand bereits 5 Mrd. Franken. Im Dezember 2002 meldete der Kanton Zürich Wünsche für Hochleistungsstrassen im Umfang von beinahe 7 Mrd. Franken an. Und dies ist noch nicht alles. Auf der Oberlandautobahn ist zwischen Uster und Betzholz nämlich noch eine weitere „Lücke“ zu schliessen. Die 10 km werden eine weitere Milliarde verschlingen. Die ganze Wunschliste wird mit zusätzlich rund 60 Projekten von Umfahrungsstrassen garniert, die in der Schublade zur Zeit auf ihre Realisierung warten.

Schiene effizienter als Strasse
Stellt man den Strassenbauvorhaben die ÖV-Projekte im Kanton Zürich gegenüber, ergeben sich 6 Mia. Franken. Dies ist sicher sehr viel Geld, und doch zeigt sich eine klare Dominanz zugunsten der Strasse. Den öffentlichen Verkehr aber ausbauen und gleichzeitig mit überteuren Stadtautobahnen zu konkurrenzieren, ist absolut ineffzient.
Gerade in den Agglomerationen stellen Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr die besten Alternativen zum motorisierten Individualverkehr dar. Sie sind nicht nur kostengünstiger und umweltfreundlicher, sondern auch wesentlich effizienter.
Ein einziger S-Bahn-Zug bestehend aus drei Doppelstockkompositionen bietet Sitzplätze für 1200 Personen. Übertragen auf den Autoverkehr ergäbe dies in der Spitzenzeit eine Kolonne von 1200 Autos bzw. einen Stau von 7.5 km Länge. Eine Strecke länger als vom Zürcher Bellevue bis Küsnacht bzw. quer durch Winterthur.

S-Bahnen bleiben auf der Strecke
Die Staus in den Agglomerationen können nur mit einer sofortigen und konsequenten Förderung des öffentlichen Verkehrs in den Griff bekommen werden. Hier müssen klare Prioritäten gesetzt werden. Davon ist der Kanton Zürich aber noch meilenweit entfernt.
Gerade das Effizienteste Verkehrsmittel, die S-Bahn von dem in Aussicht gestellten Agglofonds nicht profitieren kann. Die Vorlage beschränkt die Gelder des Agglofonds nämlich auf Projekte, die nicht anderweitig durch Bundesmittel mitfinanziert werden können. Da S-Bahnen werden aber über den Leistungsauftrag der SBB mitfinanziert werden.
Das Pikante daran ist, dass der Bund und im übrigen auch der Kanton Zürich zusätzlich beim öffentlichen Verkehr die Sparschraube anzieht, während beim Strassenbau auch weiterhin geklotzt wird.

 

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