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Luzern, 15.3.2010. umverkehR zeigt sich erfreut, dass der Stadtrat eine umweltfreundliche Abwicklung des Verkehrs anstrebt und der Städte-Initiative einen Gegenvorschlag gegenüber stellt. Grundsätzlich sind aber eine Reduktion und damit eine Entlastung der Wohnbevölkerung vom motorisierten Individualverkehr notwendig, um die Lebensqualität in Luzern zu steigern.
Nach dem deutlichen Ja am 7. März zur Städte-Initiative in St. Gallen (59% Ja-Stimmen) hat der Luzerner Stadtrat heute seinen Gegenvorschlag zur Städte-Initiative präsentiert. umverkehR freut sich, dass auch Luzern den Mehrverkehr künftig umweltfreundlich abwickeln soll. «Das ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung», meint dazu Karin Hess von umverkehR Luzern. Sie will aber nicht vorgreifen: «Natürlich müssen wir dieses Reglement erst detailliert diskutieren. Grundsätzlich reicht es nicht, nur den Mehrverkehr mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen, um eine wirklich positive Entwicklung einzuleiten. Das städtische Verkehrssystem ist schon heute bis an seine Kapazitätsgrenzen ausgelastet.»
Falsche Zahlen des Stadtrates
Die Zahlen im Gegenvorschlag entsprechen nicht den Vorgaben der Initiative und sind deshalb falsch und irreführend. Der Stadtrat gibt den Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) in Luzern mit 30% an und beruft sich auf eine Studie aus dem Jahre 1997. Diese Angabe berücksichtigt alleine die Mobilität der StadtluzernerInnen und vernachlässigt den grossen Anteil des Zielverkehrs von auswärts in die Stadt. Die Städte-Initiative schreibt als Messgrösse eindeutig Personenkilometer und nicht Verkehrswege vor. «Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen», kritisiert Hess. Gemäss Berechnungen von umverkehR anhand der Mikrozensus-Umfrage 2005 beträgt der Anteil des MIV in Luzern 47%.
Umsetzung ist machbar
Die Initiative fordert eine Erhöhung des Verkehrsanteils von öffentlichem Verkehr, Fuss- und Veloverkehr um 10%, die mit der gezielten Förderung dieser Verkehrsmittel erreicht werden kann: «Die Stadt Luzern schnitt im letzten ’Veloklimatest’ weit schlechter ab als andere Städte in der Schweiz» und «die VBL alleine hat einen Katalog von 100 Massnahmen, wie sich das Vorankommen der Busse im Strassenverkehr verbessern liesse», führt Hess aus. Auch die rasche Realisierung des Tiefbahnhofs hat ein grosses Potential. Dieser ermöglicht praktisch eine Verdoppelung des S-Bahn-Angebotes. «Es ist nur logisch und konsequent, dass ein solches Grossprojekt auch mit einer Verbesserung der Verkehrssituation auf den Luzerner Strassen verknüpft wird», schliesst Hess.
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