Die Homepage für nachhaltige Mobilität Logo D|F 
  umverkehR Logo
Logo
arrow Startseite Medienmitteilungen Logo

 

Pressebilder

 

Medienschaffende finden hier hochauflösende Pressebilder, welche frei genutzt werden können (mit Hinweis "Foto umverkehR").

 
SBB-Tarife: Massnahmen gegen weitere Preisverzerrungen PDF Drucken E-Mail
FacebookDel.icio.usTwitter

Bern, 2.9.2010. Mit der Forderung nach Parkuhren im SBB-Zug und einer Petition für Stehplatzwagen hat die Umweltorganisation umverkehR in den letzten Wochen nicht ganz ernst gemeinte Alternativen zur SBB-Tariferhöhung vorgestellt. An einer Medienkonferenz von heute Morgen hat umverkehR zum Abschluss der Reihe eine Auswertung von Zahlen des Bundesamts für Statistik präsentiert. Danach sind die Preise für den öffentlichen Verkehr zwischen 1990 und 2009 um fast 30 Prozentpunkte stärker gestiegen als für das Auto. umverkehR verlangt deshalb von der Politik Lösungen, damit der ÖV im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr günstiger bleibt. Der Infrastrukturausbau darf nicht auf Kosten der Zugpassagiere stattfinden. Dafür braucht es neue Einnahmequellen für den ÖV, einen Ausbau mit Mass und klare Prioritäten.

 

Die Umweltorganisation umverkehR hat die Preisentwicklung des öffentlichen Verkehrs und Autoverkehrs genauer unter die Lupe genommen. Die Preise für den ÖV sind zwischen 1990 und 2009 um fast 30 Prozentpunkte stärker gestiegen, als die Kosten des motorisierten Individualverkehrs (MIV). «Und dies ist erst der Anfang», sagt der Genfer Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne) an einer Medienkonferenz von umverkehR. «Rechnet man die Preiserhöhung auf Dezember 2010 noch dazu, dürfte sich der Unterschied bis Ende Jahr auf rund 35 Prozentpunkte erhöhen.» Führen die SBB gar noch weitere Tariferhöhungen durch, so wird sich die Kostenschere noch weiter öffnen. «Es entstehen so falsche Anreize», erläutert Hodgers. «Bei der Verteuerung des ÖVs um 10 Prozent nimmt die Nachfrage erfahrungsgemäss um 2,5 Prozent ab.»

Solche massive Preisverzerrungen, wie sie umverkehR vorgerechnet hat, schreien förmlich nach Gegenmassnahmen von Seiten der Politik. Yvonne Gilli, Co-Präsidentin von umverkehR, formuliert zwei Hauptforderungen: «Die Kosten für den Infrastruktur-Ausbau dürfen des öffentlichen Verkehrs nicht auf die Bahnpassagiere abgewälzt werden.» Konkret schlägt umverkehR dazu vier Massnahmen vor:

• Es braucht neue Einnahme-Quellen für den unverzichtbaren Ausbau der ÖV-Infrastrukturen. Eine Möglichkeit ist dabei die VCS-Initiative, welche nächste Woche eingereicht wird.

• Die Infrastrukturen sollen in Zukunft mit Mass ausgebaut werden: Es gibt noch Sparpotenzial, beispielsweise indem Stammstrecken ausgebaut werden, statt teure Basistunnels gebohrt werden.

• Die SBB baut heute die Infrastruktur in erster Linie dort aus, wo gute KundInnen gewonnen werden können. Es wäre aber viel sinnvoller dort zu investieren, wo ein grosses Umsteigepotenzial vom MIV auf den ÖV vorhanden ist, beispielsweise bei Entwicklungsgebieten wie Zürich-Nord oder Zürich-West.

• ÖV-Ausbauprojekte dürfen nicht durch Strassenprojekte konkurrenziert werden und müssen klar favorisiert werden, da sie für die SteuerzahlerInnen bedeutend weniger Ausgaben verursachen.

«Als zweite Forderung müssen Bundesrat und Parlament dafür sorgen, dass der ÖV im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr deutlich günstiger bleibt», fordert Gilli. Es ist unsinnig die SBB-Tarife jährlich anzuheben, wenn das Autofahren nicht auch gleichzeitig teurer wird. Es drohen nicht nur eine massive Wettbewerbsverzerrung und falsche Anreize. Die SBB riskieren mit dieser Politik auch, dass immer mehr Leute aufs Auto umsteigen und die Einnahmen der SBB langfristig zurückgehen.

umverkehR hat in den letzten beiden Wochen bereits zwei Aktionen mit nicht ganz ernst gemeinten Alternativen zur SBB-Tariferhöhung durchgeführt. Zuerst haben umverkehR-Aktive in einem Schnellzug eine Parkuhr aufgestellt und Parkgebühren für Sitzplätze gefordert. Vor einer Woche hat umverkehR dem Bundesamt für Verkehr eine Petition für Stehplatzwagen übergeben und einen Prototypen eines Stehplatzwagens vorgeführt. Die beiden Aktionen zeigen auf, dass die SBB die Preisproblematik nicht allein lösen kann und die Politik gefordert ist.

 

 

Mehr Infos

- Pressemappe

- Fotos und Videos

 

 

 

 

 

 

Valid XHTML and CSS.

Powered by Joomla!

© 2006-2008 umverkehR