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Richtplan Zürich: Blablaplanung PDF Drucken E-Mail
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Zürich, 29.6.2005. Der neue Richtplan des Kanton Zürich setzt insbesondere in den Entwicklungsgebieten zu einseitig auf den Privatverkehr. Mittels einer Einwendung und einer Petition fordert umverkehR klare Prioritäten für Bahn, Bus, und Fuss- und Veloverkehr.

 

umverkehR hat das öffentliche Planungsverfahren genutzt und fordert in einer Einwendung zum Richtplan die Streichung diverser Strassenprojekte wie Stadttunnel, Waidhaldentunnel, Glattalautobahn und die Südostumfahrung Winterthur. Die in der Einwendung gestellten Forderungen werden zusätzlich mit einer Petition bekräftigt. Zu diesem Zweck wurde das Komitee «STATTautobahn» gegründet, das zurzeit von der IG Velo, den Grünen und der Grünliberalen Partei und dem VCS Zürich unterstützt wird. Die Petition ist Teil der Kampagne «ÖV anschieben», welche zum Ziel hat, einen Drittel der Treibstoffzollgelder in den öffentlichen Verkehr umzulenken.

Zwei Gesichter des Richtplanentwurfs
umverkehR unterstützt die Zielsetzungen der Gesamtverkehrsstrategie im Richtplanentwurf. Insbesondere die Prioritätensetzung beim öffentlichen Verkehr, Fuss- und Veloverkehr ist notwendig, um im Kanton Zürich künftig die Mobilitätsbedürfnisse effizienter und nachhaltiger zu befriedigen. Die im Richtplan anvisierte Umsetzung zeigt allerdings ein ganz anderes Gesicht. Die rund 50 Strassenprojekte sind in keiner Weise dazu geeignet, die aufgeführten Ziele umzusetzen und müssen noch beträchtlich redimensioniert werden. Ansonsten verkommen die im Richtplan formulierten Zielsetzungen zur Alibiübung und «Blablaplanung».

Autobahnringe als Teufelskreis
Das in der Strategie Hochleistungsstrassen vorgesehene Konzept von Autobahnringen (Zürich, Flughafen, Winterthur), welches auch in den Richtplan aufgenommen wurde, bewirkt einen Teufelskreis. Insbesondere der Bau des Stadttunnels mit Westast und Waidhaldentunnel führen in Zürich nachweislich zu Mehrverkehr im Umfang von 19 Prozent mit den entsprechenden Luft- und Lärmbelastungen.
Diese Politik hat zur Folge, dass wichtige Autobahnen im Raum Zürich im Prinzip alle 15 bis 20 Jahre ausgebaut werden müssten. Das können wir uns weder aus finanziellen noch aus Platz- und Umweltgründen leisten.

Prioritäten bei Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr
Die heute und künftig anfallenden, grossen Verkehrsströme können nur durch effiziente Verkehrsmittel aufgefangen werden. Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr sind kostengünstiger, umweltfreundlicher und um ein Vielfaches effizienter. Ein einziger Zug der Zürcher S-Bahn fasst 1200 Sitzplätze, was einem Stau auf der Strasse von 7 Kilometern entspricht. Angesichts dieser Dimensionen wird klar, dass neue Hochleistungsstrassen kaum Verbesserungen bringen.

Tangentialverbindungen beim öffentlichen Verkehr statt Autobahnen
Beim öffentlichen Verkehr fehlen Tangentialverbindungen zwischen dem Limmat- und dem Glattal weitgehend. Dagegen sollen mit der Erweiterung der Nordumfahrung Zürich und dem Bau des Waidhaldetunnels die Strassenkapazitäten massiv erweitert werden. umverkehR fordert stattdessen die schnelle Realisierung von attraktiven Tangentialverbindungen beim öffentlichen Verkehr. Den Waidhaldetunnel als Bahntunnel zu realisieren, wäre weit wirksamer. Ausserdem sollen die Bahnhöfe Zürich-Altstetten und Zürich-Oerlikon zu Knotenpunkten mit nationaler Bedeutung aufgewertet werden. Statt dem Bau von Autobahnen ist in Winterthur langfristig die Option einer normalspurigen Stadtbahn zu prüfen.

 

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