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Basel/Zürich, 17.8.2010. Die Umweltorganisation umverkehR hat heute im Interregio von Basel nach Zürich in einem Viererabteil eine Parkuhr montiert. Die nicht ganz ernst gemeinte Aktion zeigt eine Alternative zur Billet-Preiserhöhung der SBB auf. Denn einseitige Tariferhöhungen beim öffentlichen Verkehr führen zu einer Wettbewerbsverzerrung. Die ÖV-Tarife sollen darum in Zukunft nur dann erhöht werden, wenn parallel auch die Kosten für den motorisierten Individualverkehr (MIV) steigen. Bundesrat und Parlament sind nun gefordert Massnahmen zu ergreifen, damit die Bahnreisende gegenüber dem Autofahren nicht benachteiligt wird.
Die Fahrgäste im Interregio Basel-Zürich staunten heute Morgen nicht schlecht. Als SBB-Angestellte verkleidete umverkehR-AktivistInnen haben in einem Viererabteil eine Parkuhr aufgestellt und am Fenster einen Hinweis «Sitzplätze sind ab Dezember 2010 zahlungspflichtig» angebracht. umverkehR fordert mit der nicht ganz ernst gemeinten Aktion, dass die SBB anstelle von Tariferhöhungen Parkuhren in den Zugabteilen aufstellt und man für einen Sitzplatz pro halbe Stunde 1.- Franken bezahlt. «Diese Massnahme dürfte auch Autofahrer und Autofahrerinnen zum Umsteigen ermuntern, da sie mit der Parkuhr bereits

bestens vertraut sind» kommentiert Co-Präsident Christian Harb von umverkehR die Vorteile der neuen Einnahmequelle.
Hintergrund der Aktion sind die Tariferhöhungen der SBB auf Ende Jahr. Zwischen 2006 und 2010 sind die SBB-Tarife fast doppelt so stark wie die Teuerung gestiegen und deutlich stärker als die Benzinpreise. «umverkehR ist nicht grundsätzlich gegen höhere Tarife für den ÖV», so Christian Harb. «Die ÖV-Tarife dürfen aber in der Zukunft nur dann steigen, wenn auch die Kosten für das Auto erhöht werden – ansonsten kommt es zu einer Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der Umwelt» ergänzt Harb. Die wachsenden Infrastrukturausgaben dürfen zudem nicht den Bahngästen überwälzt werden, dazu muss die Politik Lösungen suchen. Ansonsten verliert der öffentliche Verkehr – der heute immer noch günstiger als das Auto ist – an Attraktivität. umverkehR wird Anfang September konkrete Forderungen präsentieren.
Pressebilder und Film der Aktion |