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Zürich, 27.4.2011. Am 15. Mai 2011 stimmt der Kanton Aargau über die «Umfahrung Mellingen» ab. Die Umweltorganisation umverkehR empfiehlt die Ablehnung der Vorlage, da diese sehr teuer ist und für Mellingen gar keine richtige Entlastung bringt. Neue Strassen verursachen immer auch Mehrverkehr, es wäre deutlich sinnvoller den um ein Vielfaches effizienteren öffentlichen Verkehr auszubauen.
«Mellingen hat Entlastung verdient. Dieses Projekt aber kennt nur Verlierer», ist Thomas Stahel, Geschäftsleiter der Umweltorganisation umverkehR, überzeugt. «Mellingen wird nicht richtig vom Verkehr entlastet, der Steuerzahler muss tief in die Tasche greifen, gleichzeitig wird wertvolles Kulturland von nationaler Bedeutung zerstört.» Heute fahren pro Tag rund 15'000 Fahrzeuge durch den Ort. Nach dem Bau der Umfahrung werden es immer noch 14'000 sein. «Angesichts der geringen Entlastung von Mellingen ist diese Vorlage nichts anderes als Verschwendung von Steuergeldern», ist das Fazit von Stahel. Dass die Umfahrung auch vom UVEK abgelehnt worden ist, spricht allein schon Bände. Es ist auch absolut unverständlich, dass die Strasse quer durch die Reuss-Landschaft führt, die laut dem Bundesinventar für Landschaften zu den wertvollsten Landschaften der Schweiz gehört.
Die «Umfahrung» trägt auch weiter zum Verkehrswachstum und zur Zersiedlung bei, weil durch den Wegfall des Flaschenhalses von Mellingen die Strassenkapazitäten massiv gesteigert werden. Die Erfahrungen der letzten 50 Jahre Verkehrsplanung zeigen, dass mit dem Bau neuer Strassen die Staus nicht aufgelöst, sondern lediglich bis zum nächsten Engpass verlagert werden. Am Baregg zum Beispiel wurde bereits ein Jahr nach der Eröffnung der dritten Röhre eine Zunahme des Verkehrsaufkommens von 20 Prozent erreicht. Um den Verkehr zukunftsfähig und klimafreundlich zu gestalten, müssen die Prioritäten klar beim öffentlichen Verkehr gesetzt werden.
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