|
Winterthur, 9.11.2010. Der Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung die Städte-Initiative und den Gegenvorschlag des Stadtrates angenommen. Der Gegenvorschlag wurde durch ein konkretes Ziel für die Erhöhung des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs ergänzt. Die Umweltorganisation umverkehR, welche die Initiative eingereicht hatte, ist erfreut, dass im Gegenvorschlag nun Ziele formuliert sind, wobei diese immer noch relativ bescheiden sind.
Der gestern vom Gemeinderat angenommene Gegenvorschlag zur Städte-Initiative verlangt, dass der Anteil des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs bis zum Jahr 2025 um 8 Prozentpunkte gesteigert werden soll. Die Initianten sehen darin eine eindeutige Verbesserung des stadträtlichen Gegenvorschlags. «Wir sind froh, dass nun auch im Gegenvorschlag konkrete, wenn auch bescheidene Ziele für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik gesteckt werden», meint Marianne Gehring, Kampagnenleiterin von umverkehR. Falls er in dieser Form in den Richtplan aufgenommen wird, scheint ein Rückzug der Initiative sehr wahrscheinlich, so Reto Diener vom Initiativkomitee der Städte-Initiative und gleichzeitig Gemeinderat Grüne in Winterthur.
Die Städte-Initiative, welche in sechs Schweizer Städten eingereicht wurde, will den Anteil des ÖV, Fuss- und Veloverkehrs in zehn Jahren um zehn Prozentpunkte erhöhen sowie die Kapazität der Hauptstrassen nicht mehr weiter ausbauen. «Das Wachstum der Stadt führt unumgänglich auch zu mehr Mobilität. Es ist für die Lebensqualität in Winterthur zentral, dass wir dabei auf die umweltfreundlichen Verkehrsmittel ÖV, Fuss- und Veloverkehr setzen», erläutert Marianne Gehring.
Der ÖV beispielsweise könnte mit einem dichteren Taktfahrplan und dem längeren Betrieb am Abend gestärkt werden. Dazu könnte mit einer konsequenten Verkehrsflusssteuerung (u.a. Bevorzugung der Busse auf den Hauptstrassen) die notwendige Kapazitätsbasis geschaffen werden. «Eine Stadt- oder Agglobahn in der Region Winterthur könnte schliesslich gar einen ÖV-Quantensprung bewirken», so Reto Diener. Genügend gedeckte Veloabstellplätze sowie durchgängige Velorouten wären Gewähr für die notwendige Steigerung des Veloanteils am Gesamtverkehr. Nur so kann Winterthur auch in Zukunft die Velostadt der Schweiz bleiben!
|