|
Zürich, 16.3.2006. Die verkehrspolitische Umweltorganisation umverkehR und ein breites Bündnis lokaler Organisationen protestieren gegen die unsinnige Renovation und Erweiterung der Hardbrücke. Mit der Fertigstellung der Westumfahrung Ende 2008 verliert das Provisorium Westtangente die Berechtigung: Die Hardbrücke muss abgerissen und die Rosengartenstrasse zur Quartierstrasse zurückgestuft werden.
Den Anwohnerinnen und Anwohner der Westtangente stinkt es gewaltig. Ein Grossaufmarsch von drei StadträtInnen ist an der Zürich West-Diagonal-Veranstaltung heute Abend notwendig, um der Bevölkerung die Sanierung der Hardbrücke schmackhaft zu machen. Die Hardbrücke soll für weitere 30 Jahre fit gemacht werden, womit auch die schweizweit höchste Luftschadstoffbelastung mitten in einem Wohnquartier geduldet wird. Das stadträtliche Vorgehen ist unverständlich, da Regierungsvertreter aus Kanton und Stadt mehrfach versprochen haben die Westtangente nach der Eröffnung der Westumfahrung abzuklassieren. Stattdessen wird mit der geplanten Renovation die Voraussetzung für die zukünftige Funktion der Hardbrücke als Teil des Westastes mit Anschluss an den Stadttunnel geschaffen – eine Wiederbelebung der Planungsleiche Ypsilon. Der Neubau und Ausbau von Hochleistungstrassen auf städtischem Gebiet – ganz gleich ob Stadttunnel, Hardbrücke oder Waidhaldentunnel – führt zu noch mehr Verkehr und Staus und ist deshalb kontraproduktiv. Der Ausbau von ÖV, Velo- und Fussverkehr bleibt im städtischen Raum die einzige zukunftsfähige Antwort auf die steigenden Mobilitätsbedürfnisse. Ein breites Bündnis fordert deshalb in einem Flugblatt: • Die Hardbrücke ist abzubrechen, auf das Projekt Westast ist zu verzichten. Auf keinen Fall darf die Brücke unter dem Deckmantel der Notsanierung erweitert und zur definitiven Hochleistungsstrasse ausgebaut werden. • Falls der Stadtrat sich für eine Vollsanierung der Hardbrücke mit Ausbau auf fünf Spuren entscheidet, ist das Vorhaben dem Gemeinderat und dem Volk zu unterbreiten. • Die rekordhohen Luftschadstoff- und Lärmbelastungen in Zürich-West sind auf das rechtlich zulässige Mass zu reduzieren. Der motorisierte Verkehr als Hauptverursacher ist entsprechend einzudämmen. • Stadtreparatur: Die Achse Wipkingerplatz – S-Bahnhaltestelle Hardbrücke ist zum urbanen Boulevard mit Stadtplätzen und attraktiven Verbindungen für Velofahrende und Fussgänger/innen aufzuwerten. CVP 4 und 5, Ev.-ref. Kirchgemeinde Zürich 5 – Industriequartier, IG Hardturmquartier, IG NEZ, IG WesttangentePlus, INURA Zürich, JuSo Stadt Zürich, Quartierverein Zürich 5, SP 5, SP10, umverkehR, Verein Kreis 5 ohne Autobahn und Verkehrsgruppe SP 6.
|