Die Homepage für nachhaltige Mobilität Logo D|F 
  umverkehR Logo
Logo
arrow Startseite Medienmitteilungen Logo

 

Pressebilder

 

Medienschaffende finden hier hochauflösende Pressebilder, welche frei genutzt werden können (mit Hinweis "Foto umverkehR").

 
Avanti-Abstimmung - eine Farce PDF Drucken E-Mail
FacebookDel.icio.usTwitter
Bern, 22.1.2004. Die Avanti-Vorlage enthält Teile, über die eigentlich gar nicht abgestimmt werden kann. Offenbar sollen mit weitgehend unbestrittenen Anliegen Stimmung für eine zweite Gotthardröhre gemacht werden.

Es stellt sich die Frage, warum das Bundesbüchlein überhaupt die Fertigstellung und die Erweiterung der Engpässe als Bestandteil der Avanti-Vorlage erwähnt. Rudolf Zumbühl, Leiter Politik und Wirtschaft des TCS meinte in einem Streitgespräch, dass das Nationalstrassennetz«so oder so fertig gebaut» wird (Tages-Anzeiger vom 16.1.04). Da bestehe bereits ein Verfassungsauftrag. Auch Pierre-Alain Rumley, Direktor des Bundesamtes für Raumentwicklung, war an einem Podium in Zürich derselben Meinung.

Autobahnausbau braucht keine Abstimmung
Tatsächlich wurde das Nationalstrassennetz in der Vergangenheit laufend ausgebaut, etwa mit der Erweiterung der A13 im St. Galler Rheintal von zwei auf vier Spuren. Ursprünglich wurden zwei Drittel des Nationalstrassennetzes zweispurig geplant. Inzwischen ist das Autobahnnetz vorwiegend vierspurig ausgeführt.
Weitere Ausbauten wurden schon vor der Avanti-Vorlage aufgegleist, etwa der prominente Baregg-Tunnel oder der Abschnitte Härkingen-Rothrist (A1). Eine Abstimmung war ganz offensichtlich nie notwendig.

Verschleierungstaktik mit System
Da die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes politisch an und für sich unbestritten ist, entsteht der Eindruck, dass damit Stimmung für die Vorlage gemacht werden soll. Streicht man nämlich die unbestrittenen Punkte, so bleibt in erster Linie der neue Gotthardtunnel. Er stellt das konkreteste Projekt in einer undurchsichtigen Vorlage dar. Offensichtlich soll der Gotthardtunnel mit dem Zückerchen Agglomerationsverkehr der Stimmbevölkerung schmackhaft gemacht werden.
Die Verschleierungstaktik hat System, wird die Stimmbevölkerung doch über die wahren Kosten der Avanti-Vorlage im Ungewissen gelassen. Die 30 Milliarden beziehen sich nämlich lediglich auf das Autobahnnetz. Damit macht der Bund aber die Rechnung ohne den Wirt. Der Mehrverkehr durch die ausgebauten Autobahnen ergiesst sich in Städte und Dörfer und erfordert auch den Ausbau des Kantons- und Gemeindestrassennetzes.
Eine Studie von umverkehR zeigt die wahren Ausmasse der sich anbahnenden Strassenbauwelle auf. Würden alle geplanten Strassen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene gebaut, müssen in den nächsten 20 Jahren sogar 100 Mrd. Franken in die Hand genommen werden.

Nein zu einer zynischen Verkehrspolitik
Die Sparwut verunmöglicht dringende Investitionen in Bahn und Bus. Und von der Avanti-Vorlage bleiben für den Öffentlichen Verkehr bestenfalls Brosamen. Die Werbung der Befürworter mit dem Argument, dass auch der Öffentliche Verkehr von der Vorlage profitiert, mutet angesichts dieser Ausgangssituation geradezu zynisch an.
S-Bahnen mit Stadtautobahnen zu konkurrenzieren ist finanziell genauso unsinnig, wie neben der NEAT eine zweite Gotthardstrassenröhre zu bauen. Vielmehr müssen die Prioritäten klar bei den effizienten und umweltfreundlich Verkehrsmitteln gesetzt werden. Dabei handelt es sich in jedem Fall um Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr. umverkehR lehnt die Avanti-Vorlage aus diesem Grund ab und verlangt die Ausarbeitung einer neuen Vorlage.

 

Valid XHTML and CSS.

Powered by Joomla!

© 2006-2008 umverkehR