Luzern, 22.9.2005. Das Komitee STATTautoBAHN übergab heute beim Luzerner Stadthaus 4700 Unterschriften für den Bau einer Stadtbahn Luzern. Die in nur fünf Monaten gesammelten Unterschriften, die für eine kantonale Initiative ausreichen würden, sind gleichzeitig Ausdruck für den Unmut vieler Luzernerinnen und Luzerner gegen das strassenlastige Agglomerationsprogramm.
Das Komitee besteht aus sechs jungen Leuten aus dem Raum Luzern und wird von zahlreichen Verbänden unterschiedlicher Couleur unterstützt. Neben der zentralen Forderung nach einer Stadtbahn wehrt sich das Komitee dagegen, dass die Aussichten auf Bundesgelder zu umweltschädigenden Grossprojekten wie den geplanten Bypass führen, zu denen der Bürger nichts mehr zu sagen hat. Tatsächlich zeigte sich während der Unterschriftensammlung, dass die Bevölkerung schlecht informiert und über die gigantischen Strassenbaupläne empört ist.
Gegen strassenlastiges Aggloprogramm
In einer 2 m grossen Flasche «ANTI BRUMM» überreichte das Komitee STATTautoBAHN dem Stadtrat die gleichnamige Petition mit 4700 gesammelten Unterschriften. Als Wirkstoff gegen zu viel Verkehrsgebrumm enthielt die Flasche effiziente und umweltfreundliche Mittel: Zur Hauptsache die Stadtbahn in Form von mehreren Bastelbogen, bereit zum«Bau», daneben etliche Langsamverkehrsmittel. Im «ANTI BRUMM» steckte also jede Menge stadtverträgliche Mobilität, die umweltschädigende Strassenbauprojekte unnötig macht! Statt Autobahnen eine Stadtbahn 80% aller Fahrten im Innenstadtkordon sind Ziel- und Quellverkehr. Die auf eine Umfahrung Luzerns ausgelegten Strassenbauprojekte Bypass, Südzubringer, Spange Nord etc. können das Problem daher nicht lösen. Neue Strassen erzeugen lediglich Mehrverkehr und verschärfen damit das Problem Dies bestätigt auch das Beispiel der dritten Tunnelröhre am Baregg (A1): Nach nur einem Jahr hat das Verkehrsaufkommen um 20% zugenommen. Im Gegensatz dazu kann die Stadtbahn auf den überlasteten Hauptachsen die Transportleistung gegenüber den Trolleybussen mehr als verdoppeln. Sie ist ausserdem komfortabler und zuverlässiger. Für weniger Geld wird so mehr Verkehr auf den ÖV verlagert, und die Stadt leidet weniger unter Emissionen und Staus. Diese Haltung vertrat 1998 auch der Luzerner Stadtrat, dank dessen Weitsicht die Seebrücke statisch auf die Stadtbahn ausgerichtet wurde. Diese Vorinvestition von rund einer Million gilt es nun endlich zu nutzen! Zeichen für einen innovativen Schritt in die Zukunft Die während fünf Monaten gesammelten 4700 Unterschriften sind eine gewichtige Stimme der Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen die Strassenbaupläne des Agglomerationsprogrammes wenden. Die Unterschriften sind ein klares Zeichen dafür, dass eine Rückkehr zu den alten Autobahnplänen aus den 60er Jahren nicht erwünscht ist, sondern mit der Planung einer Stadtbahn in Luzern und Agglomeration ein neuer, innovativer Schritt in die Zukunft getan werden soll.
Weitere Infos finden Sie auf www.stattautobahn.ch/Luzern |