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Bern, 26.9.2002. umverkehR ist enttäuscht darüber, dass der Ständerat den indirekten Gegenvorschlag zur Sonntagsinitiative abgelehnt hat.
Die Sonntags-Initiative verlangt nicht viel, der indirekte Gegenvorschlag dazu noch weniger: vier beziehungsweise einen autofreien Sonntag. Der Ständerat hat sich leider von Argumenten einer bürgerlichen Kommissionsminderheit überzeugen lassen und den Gegenvorschlag abgelehnt. Wieder einmal hat die heilige Kuh Auto ihre Gläubigen um sich scharen können. Sie spielen sich als die weitsichtigen Anwälte der TouristInnen auf, dabei sind sie Gefangene ihrer zubetonierten Strassenwelt. In dieser gibts keinen Platz für alternative Mobilitätsformen, Strassenfeste und einen Tag multimobile Schweiz, sondern nur für eine automobile Schweiz während 365 Tage pro Jahr. Bedürfnis geweckt Der internationale autofreie Aktionstag am vergangenen 22. September hat jedoch gezeigt, auch in der Schweiz, dass der von Autos befreite Strassenraum ein enormes Potential für vielfältige Aktivitäten bietet. Musizieren, Flanieren, Fussball spielen, Malen, Kaffee trinken, Velo fahren. All das und vieles mehr dort, wo sonst monoton der Autoverkehr durchbraust. Tausende Menschen in der Schweiz, Millionen Menschen in Europa haben mit ihrer begeisterten Teilnahme gezeigt, dass autofreie Tage ein Bedürfnis sind. Gerade Kindern, die wir immer mehr in Hinterhöfe und auf kleine Spielplatzinseln verbannen, bietet der Strassenraum ein riesiges Spielfeld. Sonntags frei - autofrei Wir müssen wegkommen vom Raum fressenden, alles dominierenden motorisierten Strassenverkehr. Wir müssen uns einer Mobilität zuwenden, die unsere Lebensqualität bezüglich Luft, Lärm und Bewegungsfreiheit massiv verbessert und die auch effizienter wird. Der Autoverkehr muss sich den Menschen anpassen, nicht umgekehrt. Ein Anfang dazu wäre ein au-tofreier Sonntag. Am besten einen pro Jahreszeit. |