Verkehrsberuhigte Quartiere, autoarmes oder autofreies Wohnen haben alle ihre Vor- und Nachteile. In keinem Fall geht es darum, das eine gegen das andere auszuspielen, sondern jeweils die optimalste Lösung zu finden, die den vorhandenen Zielen und Verhältnissen gerecht wird.
Verkehrsberuhigt: gut Wohnstrassen sollten zu einer friedlicheren Koexistenz zwischen Anwohnern, Fussgängern, Velo- und Autofahrern führen. Der motorisierte Verkehr muss seine Geschwindigkeit auf ein Schritttempo reduzieren und Fussgänger und Kinder erhalten die ausdrückliche Erlaubnis, die Fahrbahn zu benutzen. Diese Form der Verkehrsberuhigung konnte sich allerdings nur punktuell durchsetzen. Als eine Sonderform von Wohnstrassen können die Flanierzonen in Innenstädten, wie z.B. in Burgdorf gesehen werden. In den Zürcher Quartieren wurden flächendeckend Tempo 30-Zonen eingeführt, aus Kostengründen meist ohne harte bauliche Massnahmen wie Schwellen etc. Ziel dieser Massnahmen ist die Anhebung der Sicherheit, die Vermeidung von unnötigem Lärm und eine Verminderung der Attraktivität der Strassen für ortsfremdem Verkehr ('Kanalisierung auf Hauptstrassen') Ermöglichen Wohnstrassen wenigstens das Spielen auf der Strasse, stellen Tempo 30-Zonen trotz ihrer unwiderlegten Vorzüge eine Art Niemandsland dar. Für Autos - die für weit höhere Geschwindigkeiten konzipiert wurden - sind sie zwar unattraktiv, Anwohner und insbesondere Kinder können wegen den immer noch relativ hohen Geschwindigkeiten die Strassen kaum nutzen. Autoarme Wohnquartiere: besser Verbindliche Definitionen der Begriffe 'autoarm' und 'autofrei' gibt es nicht. In Planungskreisen hat sich zwar eine Unterscheidung durchgesetzt, die sich aber in der Praxis wohl nicht immer einhalten lässt. Autoarm wird oft auch als 'Parken am Rand', also die Konzentration der Parkplätze ausserhalb des Wohngebietes bzw. in Sammelgaragen bezeichnet. Sie sind also mit dem Auto erreichbar und die Bewohner einer solchen Siedlung können über ein Auto verfügen. Innerhalb der Siedlung wird aber der motorisierte Strassenverkehr weitgehende verunmöglicht (mit Ausnahme von Rettungsdiensten, Möbeltransporten etc.) und die Verkehrswege sind Fussgängern und Velofahrerinnen und natürlich den Rettungsdiensten, Möbeltransporten etc. vorbehalten. Neben mehr Freiräumen und weniger Lärm haben autoarme Wohngebiete auch einen "pädagogischen" Vorteil. Der Anmarschweg zum Parkplatz wird ähnlich "weit" wie zur Haltestelle des öffentlichen Verkehrs, womit Bus und Tram bei einem wichtigen Kriterium in der Wahl des Verkehrsmittels, nämlich dessen Erreichbarkeit, gleich lange Spiesse erhalten. Autofreies Wohnen: am besten Hier kommen die Vorteile des Autoverzichtes voll zum tragen. Der Parkplatzanteil wird auf ein Minimum von ca. 0.1-0.2 Stellplätzen pro Wohneinheit für CarSharing-Wagen und Besucher reduziert. Der Flächengewinn ist gross und neben einer besseren Lebensqualität werden auch Kosten bei der Verkehrsinfrastruktur gespart. In der Praxis sind reine autofreie Wohnsiedlung meist relativ klein, denn bei grösserflächigere Projekte wird eine Infrastruktur notwendig, die motorisierten Verkehr auch innerhalb der Siedlung zulassen muss.
| Vorteile verkehrsberuhigtem Wohnen |
| Vorteile der einzelnen Varianten |
beruhigt |
autoarm |
autofrei |
| Kostenersparnis |
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| Flächengewinn |
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| Verkehrssicherheit |
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| weniger Lärm |
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| bessere Luft |
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| höhere Aufenthaltsqualität |
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| mehr Nachfrage im Öffentlichen Verkehr |
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| weniger Autoverkehr(Ziel-/Quellverkehr) |
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Vorteile verkehrsberuhigter, autoarmer und autofreier Siedlungen oder Wohnviertel gegenüber autogerechtem Wohnbau mit herkömmlicher Verkehrserschliessung. Der jeweilige Vorteil kommt nicht ( ), gering (l), überwiegend (ll) oder voll (lll) zur Wirkung (nach VCÖ: Wege zum autofreien Wohnen, Wien 1995, S. 17) |