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«Engpassbeseitigung» bringt neue Staus PDF Drucken E-Mail

Zürich, 21.4.2009. umverkehR lehnt das Vernehmlassungsprogramm zur Engpassbeseitigung in aller Entschiedenheit ab und fordert ein Strassenbaumoratorium in Agglomerationen für die nächsten 20 Jahre. Ein zusätzlicher Ausbau der Autobahnen im städtischen Raum konkurrenziert den effizienten und umweltfreundlichen öffentlichen Verkehr (ÖV) und führt zu noch mehr Verkehr sowie neuen Engpässen.

Der «Bundesbeschluss über das Programm zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz und über die Freigabe der Mittel» verfolgt einen starken Ausbau von Autobahnen in Agglomerationen. Mehr Strassen generieren aber mehr Verkehr und konkurrenzieren umweltfreundliche Verkehrsmittel. In Städten und Agglomerationen sind Bahn, Tram und Bus, Fuss- und Veloverkehr attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (MIV). umverkehR fordert deshalb in seiner Vernehmlassungsantwort ein Strassenbaumoratorium in Agglomerationen für die nächsten 20 Jahre. In dieser Zeit sollen die Gelder für die Förderung von Bahn, Tram und Bus, Fuss- und Veloverkehr eingesetzt werden. «Bei knappen finanziellen Mitteln ist es unabdingbar, dass diese möglichst effizient eingesetzt werden», sagt Thomas Stahel, Geschäftsführer von umverkehR. «Durch die Förderung des ÖV kann bei vergleichbaren Investitionen ein Mehrfaches an Personen transportiert werden.» umverkehR sieht sich in seiner Haltung durch den guten Sammelerfolg der in den Städten Basel, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich eingereichten «Städte-Initiativen» bestätigt, die das Ziel haben, mit klaren Prioritäten für ÖV, Fuss- und Veloverkehr eine neue Verkehrspolitik aufzugleisen.
Der vom Bund vorgeschlagenen Engpassbeseitigung wird kein Erfolg beschieden sein, wie die Beispiele Baregg und Zürcher Nordumfahrung zeigen. Bei beiden Autobahnabschnitten werden trotz drei Röhren weitere Ausbauten notwendig sein. «Nach dem Verkehrskollaps ist auch der finanzielle Kollaps vorprogrammiert: Neue Autobahnen – meist in Form von Tunnels – verschlingen enorme Summen für Bau und Unterhalt», urteilt Stahel.
Langfristig muss zudem davon ausgegangen werden, dass der Automobilität nicht mehr derselbe Stellenwert zukommt wie heute. Erdöl ist eine beschränkte, nur noch auf einige Jahrzehnte verfügbare Ressource. Befriedigende Alternativen sind nicht in Sicht. Es ist deshalb notwendig, dass sich die Schweiz bereits jetzt auf die absehbaren, neuen Rahmenbedingungen einstellt und Infrastrukturen plant und baut, für die auch in einigen Jahrzehnten noch Bedarf vorhanden ist – Autobahnen in Agglomerationen werden dies nicht sein.

 

 

Vernehmlassungsantwort von umverkehR als PDF zum Download.

 

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