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Dramatische Auswirkungen auf Zürich durch Avanti-Vorlage PDF Drucken E-Mail
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Zürich, 27.11.2003. Am 8. Februar 2004 stimmt das Schweizer Volk über den bundesrätlichen Extrem-Vorschlag zur Avanti-Initiative ab. Der Vorschlag hat zum Ziel für 30 bis 100 Mrd. neue Strassen zu bauen, in Zürich stehen Projekte für 18 Mrd. auf der Wunschliste.

Die voraussehbaren Auswirkungen von Avanti – sei es verkehrstechnisch aber vor allem auch finanziell und ökologisch - laufen allen Bestrebungen einer nachhaltigen Entwicklung entgegen. 19 Parteien, Organisationen und Bürgerinitiativen haben sich am 20. November 2003 zum Komitee AVANTI-NEIN.ZH zusammengeschlossen. Klares Ziel des Komitees ist die Ablehnung des Extremvorschlages am 8. Februar 04 im Kanton Zürich.

Avanti in den finanziellen und ökologischen Kollaps
Über die tatsächlichen Kosten des Avanti-Extremvorschlages wird die Stimmbevölkerung im Ungewissen gelassen. Die Zahl bewegt sich in einer Grössenordnung zwischen 30 und 100 Mrd. – je nachdem, ob auch die Folgekosten für Kantons- und Gemeindestrassen einberechnet werden. Die Stimmbevölkerung stimmt am 8. Februar über eine Carte-Blanche für den Strassenbau ab. Die durch Avanti ermöglichte neue Strassenbauwelle würde zudem das zukunftsgerichtete Jahrhundertprojekt NEAT in den finanziellen Ruin treiben und der Verlagerungspolitik ein bitteres Ende bereiten.
Der grüne Nationalrat Martin Bäumle, Atmosphärenwissenschafter und Chemiker ging auch auf die ökologischen Dimensionen ein: «Der voraussehbare Mehrverkehr wird die CO2-Belastung massiv erhöhen. Das torpediert die Klimaschutzziele. Dies ist eine unverantwortliche Politik – denn sie nimmt Naturkatastrophen und Raubbau an der Natur in Kauf und hinterlässt der nächsten Generation grosse Hypotheken.»

Kanton Zürich: Strassenbau in pharaonischen Ausmassen vorgesehen
Im Kanton Zürich werden langfristig Investitionen von rund 6 Mrd. Franken für den öffentlichen Verkehr ins Auge gefasst. Zwar viel Geld, aber angesichts der aktuellen, negativen Schlagzeilen bei der S-Bahn im Kanton Zürich an der richtigen Stelle eingesetzt.
Vergleicht man diese Vorhaben mit den bestehenden Strassenbauprojekten, wird deutlich, wo künftig die Prioritäten liegen werden: beim Strassenbau. Werden alle bestehenden Strassenprojekte zusammengerechnet, ergeben sich Investitionen von pharaonischen Ausmassen: satte 18 Mrd. Franken für die nächsten 20 bis 30 Jahre!
Eine Politik, welche die Prioritäten im Agglomerationsverkehr bei Strasse setzt, ist ineffizient. Besonders in einer Agglomeration wie Zürich bieten Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr kostengünstige, umweltfreundliche und vor allem auch effiziente Alternativen. Diese Verkehrsträger können im Vergleich zum Autoverkehr angesichts des knapp vorhandenen Raums ein Vielfaches an Menschen transportieren.
Der massive Strassenausbau wird vor allem eines bringen: Noch mehr Verkehr, denn Angebot schafft Nachfrage. Und so folgert Christian Harb, Präsident von umverkehR:« Mit einer solchen Politik wird das Problem nicht behoben, sondern nur verschärft. Diese Politik erweckt ganz den Anschein, als ob man Karies mit Zucker bekämpfen wolle.» Weiter sei mit dem Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative nicht nur eine Chance für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik verpasst worden, er werde uns auch mit einer Hypothek belasten, die wir uns auf Dauer nicht leisten können.

Sozial unverträglich: Die Jungen zahlen die Zeche
Die Schweiz hat wichtigere Probleme als die Verkehrsprobleme. Statt diese Probleme zu lösen werden sie durch den Avanti-Gegenvorschlag noch verschlimmert: Weitere Grünflächen verschwinden, noch mehr Strassenlärm und Schadstoffe entstehen und unnötige Mehrkosten werden verursacht. Das sind alles andere als rosige Aussichten für junge Menschen.
So wird der Zürcher Kantonsrat im Dezember ein Sparprogramm verordnen, welches unter anderem massive Einschnitte im Bildungs- und Gesundheitsbereich vorsieht. Massnahmen, die vor allem die Jugend belasten werden. Es klingt wie Hohn, wenn die Zahl von 18 Mrd. für den Strassenbau im Kanton Zürich dazu in Relation gestellt wird.
Sylvie-Fee Michel Vorstandsmitglied der JUSO Zürich sagte es klipp und klar: «Die Jugend braucht keine neuen Strassen, sondern Bildung, ein funktionierendes Gesundheitssystem und einen intakten Lebensraum. Eine Zukunft in einem Land, wo Strassenbau wichtiger ist als Bildung, ist keine Zukunft.»

 

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