Bis 2025 sollen in Zürich für CHF 2,5 Mia. zuerst der Waidhaldentunnel (WT) und danach der Stadttunnel (ST) mit Westast gebaut werden. Im Folgenden eine Zusammenstellung von Argumenten gegen die zwei Tunnelprojekte:
- Der Stadttunnel entlastet zwar die West-/Nordumfahrung, die dort freiwerdenden Kapazitäten werden sich langfristig aber wieder auffüllen
- Es ist nicht davon auszugehen, dass ST/WT zu Reisezeiteinsparungen und Erreichbarkeitsverbesserungen führen werden. Im Gegenteil führt der von ST/WT ausgelöste Mehrverkehr zu Reisezeitverlusten und Verschlechterung der Erreichbarkeit. In Stockholm hat der Verkehr in einem von der Grössenordnung vergleichbaren Strassentunnelsystem so stark zugenommen (gegenüber der Prognose + 30%!), dass die Zufahrten zu den Tunnels täglich mehrmals geschlossen werden mussten (Tages-Anzeiger 20.5.2005).
- Die verkehrsökonomische Gesamtbilanz der neuen Tunnels ist vernichtend: Addiert man die in Geldwerte umgerechneten Reisezeitersparnisse, Investitions-, Betriebs- und Unterhaltskosten für den ST/WT, zeigt sich, dass die beiden Projekte eine Negativbilanz von jährlich 163 Mio. Franken aufweisen (Quelle: Baudirektion Kanton Zürich).
- Durch die Zunahme des Strassenverkehrs nimmt auch die Belastung mit Feinstaub weiter zu. Es ist auf unabsehbare Zeit mit Belastungen über dem Grenzwert zu rechnen. Die durch den ST verursachten zusätzlichen Emissionen (+13% in der Stadt) bringen eine weitere Verschärfung der bereits unhaltbaren Situation. Besonders hoch werden die zusätzlichen Belastungen in Zürich West sein.
- Mit der leistungsfähigen Strassenverbindung durch die Stadt fällt der bisherige Konkurrenzvorteil des öffentlichen Verkehrs weg. Der Stadttunnel als MIV-Verbindung mitten durch die City bringt dem öffentlichen Verkehr verstärkte Konkurrenz und eine entsprechend geringere Nachfrage.
- Der Waidhaldentunnel hat lokale Ab- und Zunahmen der Verkehrsbelastung zur Folge, der Stadttunnel führt auf dem Lokal- und Hauptstrassennetz insgesamt zu einer Reduktion der Verkehrsbelastung. Unter Einbezug der Hochleistungsstrassen steigen aber mit dem Stadttunnel die Belastungen massiv an. Die leichten Entlastungen auf dem städtischen Strassennetz werden mit einem starken Ausbau der Belastungen insgesamt erkauft.
- Der Stadttunnel führt dazu, dass die Hardbrücke trotz klaren Abbruchforderungen aus dem Quartier stehen bleiben muss. Damit kann der Wipkingerplatz nicht umgestaltet werden und die Hardstrasse bleibt von der Hardbrücke überdeckt. Zürich-West erhält mit dem Waidhaldentunnel eine neue Hochleistungsstrasse durchs Quartier, ohne dass die bestehende abgebaut wird. Eine bessere Verknüpfung der Bus- mit den Tramlinien ist bei bestehender Hardbrücke nicht möglich.
- Tieferlegung und Ausbau des Sihlquai verlangen das Fällen der Kastanienallee und eine jahrelange Bauzeit. Der Sihlquai verliert seine Funktion der Quartiererschliessung, was wiederum zu Umlagerung von Verkehr und Lärm führt. Die Verkehrsbelastung im Wohnbereich des Kreis 5 (z.B. an der Limmatstrasse) nimmt stark zu.
- Der Waidhaldentunnel erfordert eine jahrelange Bauzeit und wird das Quartier Zürich-West visuell entzweischneiden. Im Zentrum des Quartiers sind gemäss «Leitlinien für die planerische Umsetzung Zürich-West» (2005) Freiraummassnahmen sowie ein Fuss- und Radweg vorgesehen – ST/WT machen stattdessen einen flächenintensiven Vollanschluss nötig.
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