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Aktion gegen Bypass PDF Drucken E-Mail
Luzern, 12.8.2006. Am Aktionstag der Alpen-Initiative verteilten Aktivisten und Aktivistinnen des Komitees STATTautoBAHN Infomaterial, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die der Bau des Bypass hervorrufen wird. Statt einer zweiten Autobahn durch Luzern fordert das Komitee STATTautoBAHN die Einführung einer modernen Stadtbahn.

Das Komitee STATTautoBAHN beteiligte sich an der Aktion Forza 2009 der Alpen-Initiative, die heute auf dem Bahnhofplatz stattfand. Thematisiert wurde der Bypass. Diese zweite Autobahn von Emmen-Süd nach Horw bringt Luzern vor allem Mehrverkehr.

Bypass: Medikament mit Nebenwirkungen

Mit einer neuen Hochleistungsstrasse wird das Pendeln mit dem Auto nach Luzern deutlich attraktiver. Dies führt zu mehr Verkehr auf dem städtischen Strassennetz. Auch der internationale Schwerverkehr wird das Angebot dankend annehmen. Denn der Bypass macht – neben weiteren, geplanten Ausbauten wie der dritten Röhre am Belchen oder der Ausbau der Strecke Härkingen-Rothrist – die Nord-Süd-Achse durch die Schweiz attraktiver. Damit wird die Forderung der von der Stimmbevölkerung angenommenen Alpen-Initiative zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene torpediert. Ausserdem konkurrenzieren die 1700 Mio. Franken für den Bypass die Investitionen in die NEAT – ein finanzpolitischer Unsinn.

Fehldiagnose
Der Bypass soll die Agglomeration vom Durchgangsverkehr entlasten. Eine Fehldiagnose: 75% des Verkehrsaufkommens auf der A2 hat Ziel und Quelle in der Agglomeration Luzern. Das Problem liegt also beim „hausgemachten“ Verkehr. Gerade hier sind aber alternative Verkehrsträger wie Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr für Luzern wirksame und adäquate Lösungen.
«Vorbeugen ist besser als heilen», hiess es u.a. in dem Flugblatt, das gleichsam als «Packungsbeilage»“ den Anti-Brumm-Fläschchen mitgeliefert wurde. Statt mit dem Bau des Bypass neue, unlösbare Probleme zu schaffen, fordert das Komitee STATTautoBAHN den unverzüglichen Ausbau der Bahnhofszufahrt in Luzern und ein leistungsfähiges Stadtbahnnetz, welches das überlastete Trolleybusnetz sinnvoll ergänzt.

Stadtbahn hat nur Vorteile
Dass durch den öffentlichen Verkehr u.a. weniger Lärm, Feinstaub und Ozon produziert werden, liegt auf der Hand. Der öffentliche Verkehr ist aber auch wesentlich effizienter: Ein moderner Stadtbahnzug bietet über 90 Sitzplätze und kann so einen morgendlichen Stau von über 600 m ersetzen.
Schliesslich kommt ein ganzes Stadtbahnnetz in Luzern auch viel günstiger als die zweite Autobahn. Der Bypass wird auf mindestens 1700 Mio. Franken zu stehen kommen – für 5 km! Die neue Trambahn im elsässischen Mulhouse beispielsweise kostete dagegen lediglich 25 Mio. Fr. pro km, Rollmaterial, attraktive Strassenraumgestaltung und neue Depots inklusive. Für eine solche zukunftsfähige Lösung hat das Komitee STATTautoBAHN bereits letztes Jahr eine Petition zu Handen des Stadtrates von Luzern und des Gemeinderates von Kriens mit über 4700 Unterschriften eingereicht.
 

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