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50 Milliarden und kein bisschen weiser PDF Drucken E-Mail
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Zürich, 17.1.2004. Unter dem gemeinsamen Motto «Geld aus dem Fenster werfen» fanden in acht Schweizer Städten Aktionen gegen die Avanti-Vorlage statt. In Zürich zierten zwei 6x6m grosse Transparente das Grossmünster. Die Passantinnen und Passanten staunten nicht schlecht, als sie von einem Geldregen eingedeckt wurden – Symbol für das durch den Autobahnbau durch das Fenster geworfene Geld.

Rund 50 Milliarden Franken kostete bislang der Bau des Nationalstrassennetzes. Mit einer Aktion protestierte das Komitee Avanti-Nein.ZH gegen die Avanti-Vorlage, durch die nun weitere 30 Milliarden sprichwörtlich zum Fenster hinausgeworfen werden sollen. Dabei wird die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn durch den Autobahnbau kommen Kantone und Gemeinden in den Zugzwang.

Nicht 30 oder 60, sondern 100 Mrd.
Die Avanti-Vorlage geht von 30 Mrd. für die Fertigstellung und den Ausbau des Nationalstrassennetzes aus, der TCS sogar von 60 Mrd. Franken. Doch beide machen die Rechnung noch ohne den Wirt. Denn der Mehrverkehr durch die ausgebauten Autobahnen ergiesst sich in Städte und Dörfer und erfordert auch den Ausbau des Kantons- und Gemeindestrassennetzes.
Eine Studie von umverkehR zeigte vor gut einem Jahr erstmals die wahren Ausmasse der sich anbahnenden Strassenbauwelle auf. Würden alle geplanten Strassen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene gebaut, müssten in den nächsten 20 Jahren sogar 100 Mrd. Franken in die Hand genommen werden.

Üetlibergtunnel konkurrenziert Bahn
Schon jetzt verliert der öffentliche Verkehr an vielen Orten an Wettbewerbsfähigkeit. Das beste Beispiel dafür findet sich am Üetliberg. Der im Bau befindliche Autobahntunnel kanalisiert zusätzlichen Pendlerverkehr aus der Innerschweiz, dem Aargau und dem Säuliamt und wirkt als neue Zugangsachse in die Stadt Zürich. Gleichzeitig kürzt er die Fahrstrecke für die Autos markant ab, während die S-Bahn weiterhin einen Umweg über Zürich-Altstetten fahren muss. Die attraktive Autobahnverbindung konkurrenziert zudem die bislang gut frequentierte Bahnverbindung von Zürich-Zug-Luzern.

Geld im Strassenbau ist verlorenes Geld
Eigentlich sollte der Üetlibergtunnel eine Entlastung für die Stadt Zürich bringen. Doch er ist schon jetzt für das Jahr 2020 im Sachplan Strasse als Engpass ausgewiesen – und das Jahre vor seiner Fertigstellung. Autobahnen können die Staus also auf Dauer nicht auflösen. Geld, das hier investiert wird, ist verlorenes Geld. Es ist sprichwörtlich aus dem Fenster geworfen und fehlt andernorts, beispielsweise beim dringend notwendigen Ausbau der Bahnstrecke Zürich-Winterthur, der der Sparwut zum Opfer gefallen ist.

Darüber hinaus werden mit dem Strassenbau effiziente und kostengünstige Alternativen wie der öffentliche Verkehr konkurrenziert.« Es ist genauso unsinnig, neben der NEAT eine zweite Gotthardstrassenröhre zu bohren, wie S-Bahnen zu bauen und diese gleichzeitig mit Autobahnen zu konkurrenzieren», fasst Christian Harb vom Komitee Avanti-Nein.ZH zusammen. Diese unsinnige Verkehrspolitik würde mit der Avanti-Vorlage zementiert.

 

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